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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 72

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 72 (sequence 88)
Language
German
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seines Charakters uiid seiner hohen Gelehrsamkeit zeichnete ihn auch ein praktischer Sinn für ein geordnetes Gemeinwesen ans. Unter ihm wurden die Matriken angelegt; im Jahre 1800 die Geburtsmatrikel, im Jahre 1822 die Trauungsmatrikel und im Jahre 1841 die Totenmatrikel, die bis zum heutigen Tage gut erhalten geblieben sind. Aus der Geburtsmatrikel können wir auf Grund von Vergleichen einen ungefähren Aufschluß über die seinerzeitige Bevölkerungszahl im Rabbinatsbezirk Ilava erhalten. Das Wort „ungefähr" muß hier besonders betont werden, da in den ersten Jahren nicht alle Eltern die Geburten eintragen ließen. Entweder weil es etwas Neues war, Woran man sich erst gewöhnen mußte, oder aus anderen Gründen. Andererseits kann man auf Grund eines Vergleiches mit der heutigen Zeit keine verläßlichen Zahlen erhalten, weil seinerzeit die Familien kinderreicher waren. Eine ungefähre Vorstellung gewinnen wir bei Anführung folgender Zahlen: Während bei einer Seelenzahl von 729 im unseren Rabbinatsbezirke im Jahre 1936 5 Kinder, im Jahre 1937 9 Kinder und im Jahre 1938 insgesamt drei Kinder geboren wurden, sind im Jahre 1802 9 Kinder, im Jahre 1807 12 Kinder, im Jahre 1843 31 Kinder eingetragen. Wohl kommen hie und da Geburten von auswärts vor, wie z. B. Banovce n/Bebr., Beckov, Rajec, Trencin, Nove Mesto n/Väh. Das sind aber nur ganz vereinzelte Fälle, wo Ilavaer Juden ihre Verwandten von auswärts, wo noch keine Matrikel war, eintragen ließen. So ist in der Geburtsmatrikel auch die Geburt des Rabbi Pinchas Deutsch, geboren am 30. Juli 1809 in Trencin, der der Nachfolger des Rabbi Emerich wurde, enthalten. Noch im gleichen Jahre, im Sterbejahre des Rabbi Emerich, wurde Rabbi Pinchas Deutsch als Rabbiner in Ilava aufgenommen. Die Rabbinatsgemeinde hatte zu dieser Zeit schon einen Gemeindenotär, namens Elieser Kohn, Großvater des Oberrabbiners Dr. Ludwig Vagvölgyi in Arad. Ich sah einen hebräisch geschriebenen Brief dieses Elieser Kohn, an Rabbi Pinchas Deutsch, in dem ihn ersterer von der Aufnahme verständigt. Rabbi Pinchas Deutsch, Sohn des Rabbi Hirsch Deutsch, Rabbiner in Nämestovo, ragte gleicherweise durch Gelehrsamkeit, Gottinnigkeit und sein vornehmes Wesen hervor. Er fand schon eine geregelte größere Gemeinde vor. Unter ihm wurden bei den Gemeindesitzungen regelrechte Protokolle geführt. Die Gemeinde wuchs weiter; im Jahre 1859 sind schon 42 Geburten eingetragen. Zu jener Zeit gab es hier mehrere jüdisch gebildete, wohlhabende und wohltätige Gemeindemitglieder von Ruf. Am 24. Elul 626—1866 entschlief Rabbi Deutsch und er wurde zu Rabbi Jekutiel Koppelmann und Rabbi Netanel Emerich als Dritter zur ewigen Ruhe beigesetzt. Das sind die Gräber der „Drei großen Rabbis". Nach einer Zwischenzeit von acht Jahren, in denen die rabbinisehen 72

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