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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 71

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 71 (sequence 87)
Language
German
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schon vor dem Jahre 1622, dem Jahre einer großer Feuersbrunst, an der Stelle des jetzigen Hotel Kacer einen jüdischen Friedhof. Grabsteine dieses alten Friedhofes sind in den Mauern des genannten Gebäudes eingebaut. Im 18. Jahrhundert war Ilava Besitztum der Familie Königsegg. Graf Karl Ferdinand von Königsegg (um 1740) war den Lutheranern gegenüber sehr intolerant. In einem lateinisch geschriebenen Dekret verbietet er ihnen die Besuche von Versammlungen (frequentationes synagogarum, worunter, — wie man irrtümlich meint — nicht der Besuch von jüdischen Bethäusern zu verstehen ist), die Zulassung von Predigern usw. Jedoch scheinen die Majoratsherren von Königsegg sich nicht vom selben Geiste der Intoleranz auch den Juden gegenüber leiten gelassen zu haben, denn im Jahre 1787 schenkt Graf Ernst von Königsegg der Kultusgemeinde Ilava ein Sefer Thora. Zu dieser Zeit muß Ilava schon eine bedeutende Gemeinde gebildet haben, denn im Jahre 5554—1794 starb schon der erste uns bekannte Ilavaer Rabbiner, wie aus seinem am hiesigen Friedhof befindlichen Grabsteine hervorgeht. Er hieß Jekutiel Koppelmann Hakohen und muß eine berühmte und hochgelehrte talmudische Autorität gewesen sein, da er auf seinem Grabsteine (vor 145 Jahren war man noch sparsam1 in der Erteilung hochtrabender Titel) ein „berühmter und großer Gaon" gennant wird. Er scheint auch nach dem Titel „Chassid" und „göttlicher Mann" zu urteilen. Kabbaiist gewesen zu sein. Brüderlicherseits war er der Onkel des Rabbi David Deutsch (Verfasser des Ohel David) aus Nove Mesto n/V. Wie groß die Anzahl der jüdischen Einwohner des Ilavaer Rabbinatsbezirkes zu jener Zeit war, ist nicht bekannt, da aus jener Zeit weder Protokolle, noch Matriken, die wenigstens annähernd darüber Aufschluß geben könnten, existieren. Aus demselben Grunde ist auch über das Vorhandensein jüdischer Institutionen nichts erhalten geblieben. Ebenso bleibt es ungeklärt, ob schon vor Jekutiel Koppelmann ein Rabbiner in Ilava war, oder ob er der erste gewesen war. Ihm folgte Rabbi Netanel Emerich, Sohn des Rabbi Wolf Emerich in Nove Mesto n/V. Sein Todesfall ist in der Ilavaer Sterbematrikel eingetragen. Er starb am 2. Nissan 5604— 1844 in Ilava als 78jähriger, und als Geburtsort wird Kadelsburg angegeben. Seine Familie stammte aus Emmerich in Preußen und war verwandt mit der bekannten Familie Gomperz (Elia Gomperz Hofagent Friedrich Wilhelms des Großen Kurfürsten), deren Ahnmutter die berühmte Familienchronistin Glückel von Hameln ist. Rabbi Emerich genoß ein solches Ansehen auch bei der nichtjüdischen Bevölkerung, daß die Handwerker am Markte ihre Waren nicht eher auspackten, bis er, auf seinem Wege zur Synagoge vorbeigegangen war. Außer der Vornehmheit seiner Abstammung, der Gediegenheit 71

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