Židovská ročenka pre Slovensko
- Journal
- Židovská ročenka pre Slovensko
- Volume
- 5700 (1940)
- Date
- 1940-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 86)
- Language
- German
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OBERRABBINER ISRAEL BERKOVIÖ, IL AVA: Aus der Vergangenheit der Judengemeinde Ilava Und viele von denen, die im Staube schlafen, werden erwachen, diese zum ewigen Leben... Und die Erleuchteten werden verstrahlen im Glänze des Firmaments, und diejenigen, die viele in Frömmigkeit bestärkt, wie die Sterne, ewiglich und immerdar! (Daniel 2., 3.) Jüdischer Wanderer! feolltest du auf deinen Irrfahrten auch in Ilava streifen und solltest du, vom Bahnhofe kommend, deinen Blick zu der höhergelegenen Stadt emporheben, dann wirst du an deiner linken Seite einen jüdischen Friedhof von nicht alltäglichem Ausmaße und ehrwürdigem Alter bemerken. Aus Gras und Moos ragen Steine heraus, die uns Namen bewahren. Namen der frommen und tugendhaften, gelehrten und ehrwürdigen Männern, die uns als leuchtende Vorbilder ewig leben. Jüdischer Wanderer! Wenn du Sinn und Herz hast für jüdische Vergangenheit, so unternimm einen Spaziergang durch diese Ruhestätte vergangener Geschlechter und mit demutsvdllen Gefühlen lausche den Erzählungen Jahrhunderte alter Grabsteine. Zehn Jahre sind es her, daß die Ilavaer Chewra-Kadischa das Jubiläum ihres dreihundertjährigen Bestandes feierte. Im tiefen Dunkel liegt wohl der Anfang einer jüdischen Siedlung in Ilava überhaupt, insbesondere eines organisierten jüdischen Gemeindewesens, wie dies z. B. der Bestand einer Chewra-Kadischa voraussetzt. Die Gründung der Stadt Hava ist ebenfalls in Dunkel gehüllt. Die Existenz der Stadt Ilava ist dokumentarisch in 1339 nachweisbar, da Ilava in diesem Jahre an Jahressteuer (census annuus) 40 Denarmark an den König zahlte, während Trencin zur selben Zeit nur 10 Denarmlark zahlte. Karl Robert vom Haus Ahjou verlieh der Stadtgemeinde Ilava, deren Inwohner einen ausgedehnten Handel betrieben, Privilegien und so läßt sich ihr Reichtum und die hohe Steuer, die sie ihm entrichtete, erklären. Da liegt wohl die Annahme nahe, daß schon zu jener Zeit, durch den regen Handel angelockt, Juden in Ilava wohnten und zu dieser hohen Steuer zum Großteil beitrugen. Diese Annahme ist aber nichts mehr, als eine Vermutung, die sich historisch nicht nachweisen läßt. Nach einer mündlichen Überlieferung gab es jedenfalls 70