Židovská ročenka pre Slovensko
- Journal
- Židovská ročenka pre Slovensko
- Volume
- 5700 (1940)
- Date
- 1940-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 77)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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- Prešov 1× ep/1045481
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marktszeiten die Juden allhier gar nicht gelitten oder eingelassen werden, sinthemahl sie aller Handlung zu wieder. Ja nicht allein den Handels, sondern auch andern zechmeszigen und Handwercks-Leuthen schädlich und hinderlich sein. So sollen auch keine ausländer, als Schotten, Polacken, Jüden im Jahrmarckt frey haben, auf den Platz bauden oder schatter zu bauen, sondern als Ausländische, sollen sie in Heusern und in ihren gedingten gewelbern feill haben und verkaufen. Auch daß sie nicht frey haben nach der Ellen, sondern nur Stückweisz, Tallerweisz und Pfundtweisz zu Verkauffen, bey Verlust derselben wahren, drüber sie ergrief fen'werden..." Immer wieder erneuert der Handelsstand seine Gravaraina vor dem Preßburger Landtag; „Die Juden formieren nicht allein da und dorth unter protection Einiger Respect. Grund-Herrschaften ihre Lager außer denen Türkischen Wahren (als mit welchen sie ehedessen nur allein gehandelt) sonder auch aller Handt andrn, und haben sich auch schon so gar in einigen Königl. Frey-Stätten in dass Bürger-Recht ein getrungen, mithin dan dardurch nich allein vor sich, sondern auch mit viellen andren frembden freyen handl und Wandl treiben, wodurch nicht allein denen Bürgerl. Handls Leuthen auf das empfindl. gekränket, sondern so gar und Specialisime das Kayserl. Aerarium nebst den Stats gefahlen abbruch leyden, daß also diese verderbliche Landt sträuchler auch Selbst in den Königl. Frey-stätten das jenige practiciren, was sie wie erwöhnt auf dem Landt zu thun gewohnt..." Trotz aller Anstrengung der Bürger und Zünfte die Stadt Eperies judenrein zu bewahren, gelingt es doch dem Markus Holländer im Jahre 1789 hier Fuß zu fassen und sich ständig niederzulassen. Er wird auch gleich zum Rosch Medinah, zürn Oberhaupte der Judengemeinde des Komitates erwählt. Der Handelsstand wendet sich mit einem Rundschreiben an alle Bruderkorporationen des Landes: „Mit Anfang des Jahres 1789 erhielt unter Begünstigung einiger Comitats Beamten (da dazumahlen die Königl. Freystädte unter der Jurisdiction derer Comitate gestanden) ein Jude die Erlaubnisz, allhier ein öffentliches Gewölb zu errichten und frey mit allen Waaren ohne Ausnahme zu handeln..." Markus Holländer scherte sich um alle diese Proteste nicht. Durch seinen großen Einfluß, welchen er selbst beim Wiener Hofe hatte, sicherte er seinen festen Stand und als er — auf Weisung eines höheren Ortes — gar bald in die Reihe der städtischen Bürger aufgenommen wurde, spendete er der Stadt, welche sich seiner Niederlaßung so hartnäckig widersetzte, den Neptun-Brunnen, welcher heute noch die Zierde der Hauptstrasse von Presov bildet. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts beginnt allmählich die Ansiedlung weiterer jüdischer Familien in der Stadt. # 63