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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 59

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 59 (sequence 73)
Language
German
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Dr. THEODOR AUSTERLITZ, PREBOV: . ' " Die Juden im K omi täte SariS Ob es irgendwelchen Wert und Sinn hat oder zumindest das Interesse weiterer Kreise erwecken kann, wenn wir heute die Vergangenheit einer so kleinen Gemeinschaft, wie sie die Juden des Komitates Scharosch bilden, erfaßen und aufrollen? Es dürfte kein wertloses Beginnen sein, wiewohl Sorgen des Alltags den Einzelnen wie das ganze Volk um Gegenwart und Zukunft bekümmern. Doch wenn wir das Wasser eines Stromes prüfen wollen, umi es zu analysieren, genügt es einen Löffel voll daraus zu schöpfen. In dieser geringen Wassermenge finden wir alle Bestandteile der dahinrollenden, reißenden, alle Lande und Jahrhunderte durcheilenden Fluten. So ersehen wir auch aus der Vergangenheit der Scharoscher Juden die Geschichte unseres ganzen Volkes, seine steten Wanderungen, seine Kämpfe, seine Heimatslosigkeit, seine in Flugsand, in die Gnade der Schirmherren, in die Laune jeweiliger Beschützer verankerte, lockere Sicherheit. Wir vernehmen aus ihr des ganzen Judenvolkes Weh und Klage, Säufzen und Wimmern, gleichwie in dem Sausen der Meeresmuschel der abgeflaute Nachklang vom Tosen des unermeßlichen Meeres enthalten ist. Und wie viel reichliche Lehre, nützliche Erfahrung und kluge Weisung birgt die Geschichte vergangener Zeiten für Gegenwart und Zukunft jedem, der ihre Mahnungen zu erfaßen vermag! Israel Vieltausend Jahre alt — Israel ewig jung. Auch diesen Satz widerspiegelt die Scharoscher Judengeschichte. Die auf Juden bezüglichen Daten unserer Archive reichen kaum 200 Jahre zurück. Und dennoch mußten bereits vor 700 Jahren Juden in dieser Gegend gewohnt haben. Im XIII. Jahrhunderte gab es hier eine Siedlung benannt „Sidopatak" (Judenbach). Sie gehörte zum Burgbesitz Köszeg. Im Jahre 1288 erhielt Georg Somossy durch königliche Donation diese Burg samt der zugehörigen Ortschaft Sidopatak. Es unterliegt keinem Zweifel, daß dieser kleine Ort so benannt wurde, weil auf ihm unter dem Schutze der Herrschaft aus Mitleid oder aus wohlerfaßter Nützlichkeit Juden angesiedelt wurden. Die Ortsbewohner erachteten diese Ortsbenennung allerdings als keine besondere Auszeichnung, vielmehr als Verunglimpfung, denn schon 1427 erbitten und erwirken sie die Umtaufung der Ortschaft auf „Magyarfalu". Solche Schutzherren fanden die Juden zur jeder Zeit. Sie ließen sich denn auch immer im Schatten ihrer Schutzherren nieder: in Ofen unter dem Schutze der königlichen Burg, in Preßburg unter dem Schlosse — weshalb sich auch die Judengemeinde „Communitas Judaeorum Subarcensis" Judengemleir. le unter dem Schlosse) nennt, in Gran unter den Fitti- 59

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