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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 55

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Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 55 (sequence 69)
Language
German
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IRI
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der katholischen Gemeinde. Als der letzte wird Abraham Spronz, der Stammvater der noch jetzt in der Slowakei gleichnamigen weitverbreiteten Familie, genannt. Er handelte mit Tuch-, Seiden-, Rauch-, Silber-, Goldwaren, hatte einen Weinschank, ja besaß Äcker, Wiesen, Weingärten, die aber von einem christlichen Beamten verwaltet wurden. Schwere Steuern belasteten die Gemeinde. An Kaunitz mußten sie jährlich 204 fl., an Graf Pongräcz 1164 fl., Militärsteuer 100 fl., Komitatskontribution 70 fl. zahlen. Nun kamen auch schwere Jahre, die Zeiten waren unruhig, innerhalb zwei Jahren wüteten vier verheerende Brände, so daß die Gemeinde genötigt war im Jahre 1749 um Nachlaß der Toleranzsteuer zu bitten. „Aus solchen wahrhaften Motiven verhoffen und bitten wir armen Juden-Gemeinde umb gnädige Behörzigung und werfen wir uns zu deren Füssen untertänige Hirsch Mandel und Samuel Boschan", heißt es in dem Bittgesuch. In dem Gesuche gaben sie an, nur aus 56 Familien zu bestehen. Einige Jahre später waren es wieder 94 Familien. Es dürften aus oben erwähnten Gründen die Grundherren die wirkliche Zahl der Juden vermindert angegeben haben. Vorsteher waren damals Jakob Spronz, ein Sohn des oben erwähnten Abraham. Die Grundherren hinderten die Juden in ihrer Freizügigkeit, weil, wie wir oben erwähnten, dieselben eine bedeutende Einnahme für die Herrschaft war. So erwähnt Mandl eine Eingabe des Neustadtler Juden Pesach Dab vom Jahre 1761 an die Statthalterei, der von seinem Grundherrn Bossänyi eingesperrt wurde, weil er auf einem andern Grunde eine Wohnung nahm. — So wurde auch dem Pesach Moses, der Ware nach Mähren führte, die Ware konfisziert, weil er die Steuern dem früheren mährischen Grundherrn und die Kultussteuern seiner früheren Gemeinde nicht bezahlte. Doch da er den hohen Zoll von 400 Gulden entrichtete, kam von der Kaiserin Maria Theresia am 31. Oktober 1761 der Befehl an die mährische Kammer, seine Ware sofort zurückzustellen. Als nach dem siebenjährigen Kriege die Zeiten ruhiger wurden, war die Einwanderung infolge des' in den böhmisch-mährischen Ländern noch gültigen unmenschlichen Familiantengesetz größer. Die Adeligen förderten die Einwanderung, die Toleranztaxe wurde dadurch erhöht, auch machten die Neueingewanderten große Konkurrenz den schon ansässigen Juden, so daß im Jahre 1775 die Gemeinde sich wieder an den Palatin und die Statthalterei wandte, daß nur mit Zustimmung der Gemeinde sich Juden niederlassen dürfen, aber nicht, wenn es nur die Edelleute allein erlauben. Dem Gesuche wurde auch ein Ausweis der Ausgaben der Gemeinde beigelegt, was sie an verschiedenen Steuern zu bezahlen hat, jährlich etwa 6000 fl., eine für damalige Zeiten sehr hohe Summe. Das Gesuch hatte Erfolg. Es wurde den Juden das Hin- und Herziehen verboten. Die Toleranzsteuer wurde immer drückender. Im Jahre 1781 55

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