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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 53

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Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 53 (sequence 67)
Language
German
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dies wahrscheinlich der Fall war. Überall, wo Juden in größerer Anzahl lebten, war es das erste, daß sie eine Chewra Kädischa bildeten, der auch die Krankenpflege oblag. Wenn diese gegenseitige brüderliche Hilfe nicht gewesen wäre, so hätten sie sich ja 'kaum erhalten können. — Nun findet sich im ungarischen Landesarchiv eine Konskriptionsliste (Conscriptis Judaeorum 1735—1737) der Nove Mestoer Juden, die 80 selbständige Familien mit 372 Seelen aufzählt. Von diesen stehen wohl noch 58 Familienhäupter unter der Patronage des Grafen Kaunitz in Brod. Es läßt sich kaum annehmen, daß bei der damals größeren Sterblichkeit alle Toten nach Brod überführt worden wären. (Über Gründung der Chewra Kädischa in Nove Mesto, Ben Chananja VIII. S. 109.) Es müßten diesbezüglich noch Untersuchungen der Grabsteine in Nove Mesto, Becko und Brod vorgenommen werden. In dieser Konskriptionsliste sind 372 Seelen aufgezählt. Es ist aber möglich, daß es mehr waren, die jedoch aus Gründen der Toleranzsteuern verheimlicht wurden, was besonders von den Gutsherrn, die Gegner dieser Steuer waren, weil sie durch diese sich bekürzt glaubten, gefördert wurde. Es ist schade, daß die damaligen Juden noch keine ständigen Familiennamen hatten, nur Vorname mit Hinzufugung des väterlichen oder Ortsnamen. Wie nützlich wäre es gewesen, wenn man aus diesen Verzeichnissen manche Vorfahren noch jetzt lebender Familien eruieren könnte. Leider aber geschah dieses erst, daß Juden Familiennamen annahmen, gemäß des Judenpatentes Kaiser Josef II. Es sind darin auch einige Namen Kossut erwähnt. Die Folgerung, die Herr Prof. Mandl zog, daß die Juden schon damals ungarische Namen gehabt hätten, ist unrichtig. Kossut ist ein Dorf unweit Bratislava und die Träger dieses Namens dürften von dort stammen. Die Liste enthält 43 Kaufleute, 12 Handwerker, mehrere Branntweinbrenner, Schankwirte, Lehrer und Gemeindeangestellte. Ein Rabbiner ist merkwürdigerweise nicht verzeichnet. Nach Ansicht Mandls ist der in der Liste verzeichnete Moyses Jakob, Lehrer, identisch mit dem Rabbiner Moses Hamburger, der der erste Rabbiner der Gemeinde gewesen sein soll. Daß er nur als Lehrer bezeichnet wurde, „präceptor, instruendi proles victitat", d. h., Lehrer, der vom Unterricht der Kinder lebt, dürfte darauf zurückzuführen sein, daß er wohl von der Muttergemeinde Ung. Brod dahin geschickt wurde, jedoch der Herrschaft gegenüber nicht die vorgeschriebene ,,Verbeugung cum honorario" leistete. — Mandl konstruiert auf Grund der von Diamant und Rabbiner Stein gesammelten Daten das Lebensbild dieses Rabbiners folgendermaßen: Genannter dürfte erst als Dajan gewirkt haben und nachdem am 2. März des Jahres 1753 erfolgten Ablebens des ungarischen Landesrabbiners Bernhard (Beresch) Eschkeles, der damalige Dajan zum Rabbiner gewählt wurde, wie dies an vielen Orten geschehen ist. 53

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