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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 39

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 39 (sequence 51)
Language
German
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senschaft^n unserer Thora. Man fragte einst einen berühmten Rabbiner: wie er sich fühle in seiner Gemeinde. Er antwortete mit folgender vielsagender Frage: wie soll ich mich fühlen, wenn hundert Talmudgelehrte in meiner Gemeinde sind. Das ist jüdischer Geist, das ist rabbinische Lehre. Durch eine Mauer von religiöser Moral und von durch die Thora selbst bedingter Disziplin ist Stellung und Autorität der Rabbiner umgeben, aber im sprudelnden Leben des jüdischen Geistes bleibt der Rabbiner primus inter pares Inmitten seiner Gemeinde. Aus diesem wesentlichen und unabänderlichen Grunde, der weitgehende, das gesamte geistige Leben des Judentums betreffende prinzipielle Bedeutung besitzt, konnten die Seminarien die Begeisterung der lebendigen Judenheit nicht erwerben. Nicht übersehbar an Bedeutung bleiben bei dieser Beurteilung die denkwürdigen Worte des Rabbi Schimeon Sofer, des Sohnes des Chatriam Sofer, der im 3ahre 1870 über die Gründung der Seminarien ein Rundschreiben an die jüdischen Gemeinden erlassen hat. Mit tiefsinnigem Kennerblicke und geistvollem, erbitterten Sarkasmus setzt er den Lehrplan eines Rabbinerseminars auseinander und will den Beweis erbringen, dass im Wege dieser Erziehung die religiöse Grundlage und die talmudisch-wissenschaftliche Ausbildung eines Rabbiners unmöglich gesichert werden könne. Uber diesen Gegenstand sprach ich einst mit einem berühmten Meister des Talmuds, wobei ich die Leistungen der Neologie verteidigen wollte. Ärgerlich rief er mir zu, — ich notierte mir diese Worte: „Zeige mir einen Seminaristen, der seine Söhne zu religiösen Talmide-Chachamim erzogen hat, zeige mir einen Seminaristen, der Schaaloth und T'schuwoth-Sefer geschrieben hat! 3a, Techino-Bücher schreiben sie, aber sonst? Von Mechel Guttmann rede nicht, er ist ein 3eschiwah-Bachur!" Tatsächlich war Dr. Michael Guttmann fast bis zum Mannesalter an der Jeschiwah. Und die meisten führenden Männer in den Kreisen der Seminarien haben das Fundament ihres Wissens an den Jeschiwoth erworben und grösstenteils an der Pressburger Deschiwah. Die grössten Talmudgelehrten der letzten Generationen in Mitteleuropa und auch in ferneren Ländern waren grösstenteils Pressburger Talmidim. Die Pressburger 3eschiwah hat in allen Zentren und Schichten des Judentums ohne Unterschied der religiösen Abstufungen und des kulturellen Niveaus einen guten Namen verbunden mit den Gefühlen der Ehrerbietung und Anhänglichkeit. * Die wichtigste Disciplin an der Pressburger Jeschiwah bildet der „Hauptschiur", oder kurzwegs „Schiur" genannt. Es wird eine „Sugjo" im Talmud bestimmt, ein gewöhnliches, auf 2—3 Seiten abgegrenztes Kapitel, das jedoch talmudische Grundsätze und 39

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