Židovská ročenka pre Slovensko
- Journal
- Židovská ročenka pre Slovensko
- Volume
- 5700 (1940)
- Date
- 1940-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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- Rashi 1× ep/1002670
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haiachische Richtlinien enthält. Die Jeschiwah bereitet sich einen Monat vor für die Vorträge der „Sugje", die der Pressburger Oberrabiner selbst hält. Diese Vorträge bilden eigentlich den Glanz und die Krone der geistigen Leistung in der 3eschiwah. Sie sind verknüpft mit den tiefsinnigsten Diskussionen und weitgehenden haiachischen Ableitungen. Wie Funken aus dem Felsen sprühen hier die geistvollsten Pilpulim über schwere Probleme der Thora und des Talmuds, ihrer Logik und Disziplin, über Fragen religiöser und philosophischer Natur, über Fragen tiefen jüdischen Erkennens auf dem Gebiete der Weltanschauung und der empirischen Denkungsweise in wahrer Sehnsucht und inniger, Gott hingegebener Liebe nach Forschung und Wissen zwischen dem Meister und seinen Schülern. Eine Gloria übersinnlicher Erleuchtung, wahrhaft göttlicher Erhebung strahlt auf dem Antlitze des Meisters während seines Sugje-Vortrages. Diese Vorträge bilden die Höchstleistung seiner jüdischen Geistigkeit, seiner rabbinischen Persönlichkeit. Sein selbständiger Blick, sein Talent und Tiefsinn im Erfassen der Thora findet hier Kundgebung. Um diesen Vorträgen folgen zu können, muss man im allgemeinen in talmudischen Kenntnissen satteifest sein und besonders in der vorgetragenen Sugje. Ich erinnere mich eines Sugje-Vortrages des Schewet Sofer, der durch einen besonderen Vorfall meinem Gedächtnis eingeprägt blieb. Es war in den letzten Jahren dieses tiefsinnigen Talludgelehrten und grossen Denkers. Die Deschiwah war immer in Festesstimmung versammelt, als der Meister zum Vortrage erschien. Unter den Zöglingen waren gewöhnlich auch zahlreiche Talmudgelehrte der Pressburger Gemeinde anwesend. Der Schewet Sofer öffnete die Gemoro, blickte ernst umher mit seinem leuchtenden, durchdringenden Blick und gefurchteter Stirne und begann den Vortrag. Es entstand ein Pilpul, eine heftige Diskussion. An diesen Diskussionen haben in der Regel nur ältere Zöglinge teilgenommen. Da richtete ein sonst fähiger und angesehener Talmid eine Frage an den Meister, die ein wenig an dem Wesen der Sache vorüberging. Wie eine schmerzerfüllte Resignation ging es einen Moment durch den Blick des Meisters. Er schwieg eine Weile, dann schloss er die Gemoro zu und unterbrach den Vortrag. Im Weggehen sagte er fast wehmütig und mit väterlicher Strenge, man solle sich zum Schiur besser vorbereiten. Ein anderer Lektor trägt den Nebenschiur vor. Blatt für Blatt wird hier im Talmud vorwärtsgegangen mit Raschi, Tosefoth, früheren und späteren Kommentaren und Dezisoren. Während der Schiurvortrag dem Charifuth, dem Scharfsinn in den grundlegenden talmudischen Begriffen gilt, hat der Nebenschiur Bekiuth zum Zweck, dass man in den Büchern des Talmuds bewandert werde. Alle Erscheinungen der jüdisch-geistigen Gesamtheit, die Fundamente der jüdischen Anschauung in allen Zweigen menschlicher 40