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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 30 (sequence 42)
Language
German
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jüdischen Finanzwelt. In allen deutschen Heimen singt man mit Schwärmerei die unvergleichlichen Lieder des jüdischen Dichters Heines, entflammt sich die Freiheitsliebe des Volkes an den Reden und Schriften des jüdischen Freiheitskämpfers Börnes. Aber auch die eigene jüdische Kultur breitet mächtig ihre Schwingen aus. Es gibt Momente, wo die Christenheit schier die von der Bibel vorausverkündigte Vorherrschaft Israels anzuerkennen schien. Aus den Jeschibas entfesselte sich der jüdische Geist und thronte souverän auf allen Universitätsstühlen; aus der Synagoge zog der jüdische Gesang und nahm von den Musentempeln der europäischen Metropolen Besitz. Aus Rabbinerstuben erwuchsen staatsmännische Genies und weltumspannende Beherrscher der Finanzkunst. O, wenn es ein eigenes jüdisches Führergenie gegeben hätte, das all diese auf Einzelpfaden wandelnden Titanenkräfte zu einem kollektiven Willensakt vereinigen konnte, sich und der Menschheit zum Glücke, der das notwendige Gleichmaß staatlicher und jüdischer Interessen mit hoher staatsmännischer Kunst verstanden und geschaffen hätte! „Der Wagen Israels und seine Reiterei" rasten ohne Hemmschuh, ohne Zügel durch die Geschichte. Ohne Hemmschuh des Glaubens und ohne Zügel des Volkstumes. Intuitiv, ohne klare Vorstellung von der Ursache und Wirkung der zur Katastrophe treibenden rasenden, wegverlorenen, falschen Entwicklung des Assimilationsjudentumes haben die verlassenen großen Lehrer des Ghettos das Unheil vorausgeahnt. Als Chassam Sofer verhalten war beim Dankesgottesdienst wegen der vom Landtage verheißenen Emanzipation die Festrede zu halten, brach er inmitten der Rede in Tränen aus. Als sein Sohn und Nachfolger, der Ketab Sofer, eine Festrede wegen des Gesetzes, das den Juden wieder den Ankauf von Grundbesitz erlaubte, zu halten hatte, warnte er eindringlich davor, von diesem Rechte zu ausgiebigen Gebrauch zu machen. Aber so sehr der assimilatorische Sturmschritt den Kummer und die Sorge der Konservativen gebildet hat, bedeutet der Anbruch des Y'fi, des neuen jüdischen Jahrhunderts, auch den Anbruch einer anderen Zeit für das Ghetto. T'fl! Das Todesjahr des Chatam Sofer! Es schloß nicht ein großes Menschenleben, sondern eine Epoche ab. Das Zeitalter des Achro- 30

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