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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 13 (sequence 17)
Language
German
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IRI
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Judenschaft eigentlich mährischen Ursprunges ist, nämlich Nachkommen jener mährischen Emigranten, die im 17. und 18. Jahrhundert die gastlichere Slowakei aufsuchten. In den engen Gassen von 52 mährischen Judengemeinden, deren Häuser nicht vermehrt werden durften, lebten die dortigen Juden zusammengepfercht, eine systemisierte, unvermehrbare Gemeinschaft tolerierter Judenfamilien (ursprünglich 5106, später 5400). Die Ehebewilligungen wurden nur den erstgeborenen Söhnen verliehen, weshalb sich die später geborenen Söhne, wenn sie eine staatlich anerkannte Ehe schließen wollten, zur Auswanderung genötigt sahen. Und da wandten sie sich am liebsten dem benachbarten, slowakischen Oberungarn zu, welches die jüdischen Emigranten, aus Mähren gastfreundlich aufnahm, indem man ihnen eine größere Bewegungsfreiheit zuerkannte und keine Beschränkung bezüglich der staatlich anerkannten Eheschließung auferlegte. So ward die Slowakei den Juden ein Land der Freiheit, ein Refugium, ebenso wie auch die nach der Schlacht am weißen Berge (1620) aus Böhmen und Mähren vertriebenen, böhmischen Brüder und andere evangelische Glaubenssekten hier gastfreundliche Aufnahme gefunden hatten und ihren Glauben, sowie ihre nationale Kultur frei pflegen durften. Und ebenso, wie diese evangelischen Glaubensgenossen sich hauptsächlich in der Nähe ihrer früheren Heimat ansiedelten, so ließen sich die jüdischen Einwanderer vielfach in den Grenzorten ihres mährischen Stammlandes nieder, in. den Bezirken Holic, Senice, Miava, Waag-Neustadt, im Neutraer Bezirk und in den Bezirken Trencin und Puchov. Aber auch tiefer in das Innere des Landes erstreckten sich die mährisch-jüdischen Ansiedlungen, und allmählich wurde die ganze westliche Slowakei ein Immigrationsgebiet für die überschüssige mährische Judenschaft. Es entstanden mährisch-jüdische Siedlungen längs der Täler der March, Waag, Neutra und ihrer Nebenflüsse, wie auch weiter im Norden bis in den Gebirgsgegenden des Turocer und Liptauer Komitates, nach Süden längs der Kleinen Karpaten bis Preßburg. DIE JUDENSTEUERN. Die Burggrafen, Eroberungsgespanne und Kirchenfürsten, die die Juden auf ihrem Gebiete ansiedeln ließen und ihnen Schutz boten, taten dies allerdings nicht ganz uneigennützig. Das „Halten von Juden" war für den, der das Recht dazu hatte, bis zu den Zeiten Josephs II. ein sehr einträgliches Geschäft. Denn abgesehen von den gewöhnlichen Steuern, mußten die Juden noch eine Anzahl von besonderen Abgaben entrichten, vor allem die Toleranzsteuer und den Leibzoll, die halbjährlich in feierlicher Audienz von den Juden überreicht 13

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