Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9643703-7658451--632-7658495- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
42 äußerste Beschränkung auf diesem Gebiet auf. Wir können unsere Zöglinge im wahren Sinne des Wortes nur mit den Grundelementen und den wichtigsten Resultaten, der Wissenschaft bekannt machen und sie aus der Art und Weise ihres Verfahrens ahnen lassen, wie es dem Menschen mit ihrer Hülfe mehr und mehr gelingt, gewissermaßen in die innere Werkstätte der Natur einzndringcn, ihr die Geheimnisse ihres Schaffens abzulauscheu und das Verständniß derselben durch Auflösung und Zusammensetzung der gegebenen Stoffe für die mannigfachsten praktischen Zwecke zu verwerthcu. Auf feinem Gebiete gelingt es, trotz der Beschränktheit der Zeit, die wir darauf zu verwenden vermögen, in höherem Grade die Freude am selbständigen Schaffen der Schüler zu wecken und ihn zu freier Selbstthätigkeit anznregeu, als auf diesem. Mathematische Ge ographie, mit je einer Stunde in der obersten Knaben- und Mädchenklasse, erstrebt für unsere Zöglinge das anschauliche Verständniß der Erscheinungen, welche die Erde als Weltkörper darbietet oder der constanten Verhältnisse, in welchen dieselbe zu anderen Wcltkörpern und insbesondere ju denen unseres Sonnensystems steht. Es wird sich mit dieser Aufgabe in sehr natürlicher Weise ein Aufblick nach der Sterncnwelt überhaupt und nach den ewigen Gesetzen verbinden, welche ihre Bewegungen und ihren gegenseitigen Einfluß auf einander regeln, ein Einblick in die Größen-, Entfernungs- und Schnelligkeitsverhältnisse im Himmclsraume, deren Messungen dem menschlichen Scharfsinn und den unermüdlichen Anstrengungen der Wissenschaft gelungen ist. Die Aufgabe und daher anch die Methode dieses Unterrichts wird für Knaben und Mädchen wesentlich verschieden sein müssen. Für jene wird das Verständniß der ewigen und gerade durch ihre Einfachheit so wunderbaren Gesetze das Hauptziel des Unterrichts sein und daher, soweit es irgend möglich ist, die mathematische Methode angewendct werden müssen. Für diese sollen vornehmlich die großartigen Eindrücke erschlossen werden, die ein Blick in die Wunder der Sternenwelt gewährt und daher wird die Unterrichtsmethode auf Erzielung einer klaren, lebendigen Anschauung der Thatsachen gerichtet sein, die nur zit häufig unbeachtet an unsren Blicken vorübergehen und doch auch ohne wissenschaftliche Beweisführung leicht zu erfassen sind. Planetarien, ein