Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 44)
- Language
- German
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40 kraft achtjähriger Knaben und Mädchen ohne Weiteres zugänglich. Die Physik, die im Allgemeinen die Lehre von Ursache und Wirkung oder von den Naturgesetzen ist, und in ihrer Lehrweise, neben der Anschauung durch das Experiment, doch immer einer gewissen Abstraktion in der Schlußfolgerung von der einzelnen Erscheinung auf das allgemeine Gesetz bedarf, erfordert natürlich schon eine höhere geistige Reife, wie sie etwa von dem 11 jährigen Knaben und 12 jährigen Mädchen erwartet werden darf. Die Chemie bedarf für das Verständniß ihrer einfachsten Erscheinungen und Gesetze schon mannigfaltiger physikalischer Kenntnisse und einer erhöhten Abstraktionskraft und die mathematische Geographie ist nur durch Berufung auf mathematische Lehrsätze zu begründen, die erst in der 2. u. 1 Knabenklassc gelehrt werden. Wo aber, wie in der Mädchenschule, ans diese mathematische Begründung verzichtet wird, erfordert die Erfassung der dahin gehörigen Erscheinungen und Gesetze eine Reife und Klarheit der Phantasie und der auf diese begründeten Anschauung, wie sic vor vollendetem 14 Jahre gewiß nicht wohl vorausgesetzt werden kann. Die Naturgeschichte (Naturbeschreibung) soll auf dem Wege fortgesetzter, zum Theil freilich nur durch Bilder zu erzielender Anschauung die wichtigsten und insbesondere die vaterländischen Naturprodukte der drei Reiche: Thiere, Pflanzen und Mineralien dem Schüler vorführen und dieselben einmal durch Einprägung eines faßbaren Bildes, andererseits durch Einreihen in die entsprechenden Ordnungen, Geschlechter und Arten erkennbar machen und ihn wohl auch in den Stand setzen, ihr Bild durch die Phantasie zu reproduzircn. Der Unterricht kann sich jedoch nicht mit der Beschreibung und Ordnung der verschiedenen Naturprodukte begnügen. Er soll den Schüler auch in das Werden und Wachsen der Pflanzen, in das Leben und die Charaktereigenthümlichkeiten der Thiere einführen und ihm so weit möglich Gelegenheit zu eigenen Beobachtungen hierüber geben; er soll ihn mit den verschiedenartigen Beziehungen der gesammtcn Thier-, Pflanzen- und Mineralwclt zum menschlichen Leben bekannt machen und so durch ein eingehendes Verständniß dessen, was die Natur um ihn her ihm bietet, das Interesse an derselben erhöhen und beleben. Hierzu sind neben dem fortlaufenden Unterricht und neben entsprechender Benutzung der naturgeschichtlichen Samm-