Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 11)
- Language
- German
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7 die uns angewiesen sind, vor Allem dem Zweck der allgemeinen Bildung dienen zu müssen glauben und für die Aneignung ganz spezifischer Fachkenntnisse die Fachschule oder die Lehrzeit für die verschiedenen Berufsgebietc bestimmt sein muß. In anderen Anstalten, die auf einer ähnlichen Stufe stehen wie die unsrige, wird besonders in Norddeutschland in der Regel auch das Lateinische in ansehnlichem Umfange gelehrt. Unsere Schule und in gleicher Weise alle ähnlichen Anstalten unserer Stadt haben den Unterricht in den alten Sprachen niemals in ihren Lehrplan ausgenommen und dafür den neueren Sprachen eine wesentlich größere Bedeutung zugewiesen. Wir haben nicht Anstand genommen, an dieser historischen Richtung unserer Schule festzuhalten, weil sie der unverkennbare Ausdruck eines in der Eigenthümlichkeit unserer hiesigen Verhältnisse begründeten Bedürfnisses ist, das für die weit überwiegende Zahl unserer Zöglinge die Kenntniß lebender Sprachen zu einem unabweislichcn Erforderniß macht. Denn sie finden nicht nur im kaufmännischen Beruf die reichste Gelegenheit dieselben zu verwerthen, sondern ein großer Theil derselben lebt in fremden Ländern und Wclttheilen und viele von ihnen haben in weiter Ferne bleibende Stellungen errungen. — Andere mit unserer Anstalt konkurrirende Schulen geben ihrem Lehrplan für die obersten Klassen eine größere Ausdehnung auf dem Gebiet des mathematischen und physikalischen Wissens und zwar in der Richtung, in welcher die für technische Bernfszweige sich ausbildenden Zöglinge derselben bedürfen. Wir verkennen gewiß nicht den hohen Werth, den die mathematischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen für die allgemeine Bildung einnehmen und haben ihnen demgemäß einen bedeutenden Platz in unserem Lehrplan angewiesen. Aber wir haben ebensowenig geglaubt, um derjenigen Schüler unserer Anstalt willen, die sich einem technischen Berufe widmen, unserm Lehrplan in den obersten Klassen diese Richtung geben zu dürfen, wie für die sich den Universitätsstudien widmenden Zöglinge das Lateinische in unfern allgemeinen Lehrplan aufzunehmen. Denn die Zahl der dieser und jener Richtung zugewendeten Schüler ist in unserer Anstalt eine verhältnißmäßig zu geringe, um uns in ihrem Interesse zu einer Veränderung des Lehrplans zu veranlassen, die den Bedürfnissen