Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 9)
- Language
- German
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5 Plans ohne allen Einfluß. Der Standpunkt der Bildung ist in unserer Stadt wie in ganz Deutschland für Inden und Christen derselbe, also hat auch unsere Schule, insoweit sie allgemeine Menschcnbildung zu Pflegen bestimmt ist, keine weitere Aufgabe als die ähnlicher christlicher Lehranstalten. In gleicher Weise ist der religiöse Fortschritt, der von dieser Bildung getragen wird, längst zum Gemeingut der Gesammtheit geworden und die Pflege desselben innerhalb der Gemeinde ist daher mit Recht in die Hand ihres Vorstandes und ihres Rabbiners übergegangen. Dagegen ist der Schule für die Pflege dieses religiösen Geistes innerhalb der Jugend ihre volle Unabhängigkeit von der Synagoge erhalten worden, wenn auch thatsächlich zwischen beiden volle Uebereinstimmung herrscht und beide in gleicher Weise dem Verwaltnngsgebiet der Gemeindebehörden angehören. Unsere Schule ist darum nicht minder eine jüdische Schule geblieben. Sie ist bestimmt, den Bildungsiuteressen der jüdischen Gemeinde nach allen Richtungen zu dienen; und daß zu diesen auch die religiösen gehören, kann wohl nicht bezweifelt werden. Die Stellung, die der Unterricht in der biblischen Geschichte, in der Religionslehre und im Hebräischen in der Schule einnehmen, wie das bei den betreffenden Unterrichtsgegenständen näher ausgcführt ist, bezeichnet das Maß des hohen Werthes, bcti dieselbe auf die Wahrung ihres jüdischen Charakters legt. Dagegen wollen wir unsere Schule nicht in dem Sinn als eine jüdische betrachtet wissen, wie es von manchen Seiten in Betreff der christlich-konfessionellen Schulen geschieht: daß nemlich aller Unterricht von einem spezifisch jüdischen Geist durchdrungen sein müsse. Wir sind vielmehr der Meinung, daß aller nicht bestimmt mit der Religion zusammenhängende Unterricht nur allgemeine menschliche, und allenfalls vaterländisch deutsche Bildung zu fördern bestimmt sei und nur deßhalb halten wir es auch für unsere Pflicht, die Lehr- und Lesebücher von unserer Schule fern zu halten, die einen allzu spezifisch christlich konfessionellen Geist an der Stirn tragen. Wir fürchten daher auch nicht, daß der jüdische Charakter unserer Schule durch die Wirksamkeit christlicher Lehrer in verschiedenen Unterrichtszweigen oder durch den Eintritt christlicher Schüler verloren gehen könne, die sich die Mittel allgemein menschlicher Bildung und die geeignete Vor-