Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1865
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 41)
- Language
- German
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37 Beides wird man die Kraft erhöhen, dem Thätigkeitsdrang überhaupt und der Neigung zu schnellem, den momentanen äußern Reizen folgenden Wechsel desselben Widerstand zu leisten. Es ist hierbei eben so wichtig, daß das Kind mit seinem Thun einer gegebenen Vorschrift und nicht seinem eignen Antriebe folge, wie daß es an ein und dasselbe Thun dauernd gefesselt sei. Man wird in gleicher Weise der Neigung in seinem Sprechen und Urtheilen momentanen Eindrücken zu folgen, durch die strenge und fortgesetzte Gewöhnung an präzises, ja in der Schule an streng methodisches Sprechen, an wörtliche Wiederholung oder Nachbildung gegebener Sätze, an genaue Definitionen, an mathematische Deduktionen, an sorgfältig eingehende und folgerichtige Beschreibungen und Erklärungen entgegenwirken, und dadurch an die Stelle seiner Oberflächlichkeit nach und nach Gründlichkeit und. Ueberlegung treten lassen. Man wird im jüngeren Knabenalter sein Thun und Treiben unter strenge Kontrole stellen und es möglichst nach geordneter Vorschrift regeln, ohne ihm auch in diesem Lebensalter für gewisse Zeiten die Freiheit der Selbstbestimmung ganz zu entziehen; und im vorschreitenden Alter wird man diese Freiheit mehr und mehr erweitern, aber nicht aufhören ihn von zerstreuender, unruhig wechselnder und aufregender Thätigkeit zu regelmäßig geordnetem, gleichmäßig andauerndem Thun hinzulenken. Sehr wichtig ist es, daß man seiner früh erwachenden Neigung zum Eintritt in einen praktischen Lebenslauf ja nicht nachgebe, sondern ihn möglichst lange in der Sphäre des geordneten und gründlichen Lernens und einer streng vorgeschriebenen Pflichterfüllung festhält, damit an die Stelle der verfrühten Scheinreife eine allmählig zur wirklichen Reise führende Durchbildung des Geistes und Wollend trete. Für die Zeit seiner Selbständigkeit aber lehre man ihn frühzeitig, wo möglich durch eigne Lebenserfahrungen erkennen und fühlen, daß einmal gefaßte Vorsätze und Entschließungen ein Recht auf ihre Ausführung haben und ihre Verletzung und Nichtachtung uns in unfern eignen Augen herabsetzen muß; daß ein Versprechen und ein gegebenes Wort eine Fessel ist, die wir uns selbst angelegt und die wir nicht zerreißen können, ohne unsre Ehre vor aller Welt zu verletzen; daß ein entworfener Plan, ein