Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1865
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 29)
- Language
- German
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25 thätigkeit so weit erstarkt ist, um die äußern Eindrücke seftzuhalten und zu gestalten, um aus seinen Anschauungen geeigneten Stoff zum Denken und Urtheilen, aus seinen Gefühlen einen bestimmenden und leitenden Antrieb zum Wollen und zur Selbstthätigkeit zu gewinnen. Die zahlreichen Fehler und Verirrungen, von denen wir gesehen haben, daß sie nur zu leicht ans der Natnranlage der Schwäche hervorgehen, haben ihren Ursprung fast ausschließlich, nicht tit dem Uebergewicht des Empfindens über das Thun, sondern in dem Mangel an Stetigkeit und Beharrlichkeit desselben, an Widerstandskraft gegen den Wechsel der äußern Eindrücke und ihrer Wirkungen auf das Gemüth. Daraus entsteht der Mangel an Klarheit und Bestimmtheit der gewonnenen Anschauung, der es auch niemals zum klaren und zusammenhängenden Denken und zum Festhalten der gewonnenen Vorstellung im Gedächtniß kommen läßt; daraus der Mangel an Tiefe und Reinheit des Empfindens, das daher auch nicht die zuverlässige Triebfeder zum rechten Wollen und Thun werden kann; daraus jene unruhige Erregung des Gemüths, das von jedem Windhauch bewegt wird; jenes unstete und begierige Hinwenden zu allem Neuen, das endlich zu einem steten Haschen und Begehren nach immer neuen Reizungen, Unterhaltungen und Genüssen werden muß. Daraus entspringt jene Wandelbarkeit der Stimmungen, der Neigungen und der Vorsätze, jene Launenhaftigkeit und Empfindlichkeit, die den Schwachen nicht selten zum Quälgeist und Tyrannen seiner Umgebung macht; daraus die Gleichgiltigkeit, mit der das Kind sein Spielzeug, der Erwachsene seinen Freund und später seinen Berus wechselt, der Wankelmuth und die Unzuverlässigkeit gegen sich und Andre, womit er die Ehre seines Wortes und seines Namens preisgibt; daraus endlich entspringt die Zugänglichkeit zu jeder Verlockung und Verführung, durch die er nicht selten ein Raub der niedrigsten und wildesten Leidenschaften wird, da er ihnen nicht die genügende Widerstandskraft entgegcnzusetzen vermag. Darum suche man so früh als irgend möglich dieser Unruhe und Unstetigkeit entgegenzuwirken. Man wecke die Kraft des Beharrens in seiner empfangenden Thätigkeit schon bei dem unru-