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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1865-01-01 · 1865 · p. Seite 26

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1865
Date
1865-01-01
Page
Seite 26 (sequence 30)
Language
German
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IRI
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26 higen Kinde, indem man es bei einem einmal aufgenommenen Eindruck festzuhalten, seine Aufmerksamkeit dauernd an ein und denselben Gegenstand zu fesseln sucht, und seiner begehrlichen Beweglichkeit nicht durch stets neue Reizungen entgegenkommt. Man gebe dem größern Kinde kein neues Spielzeng, kein neues Bilderbuch, erzähle ihm keine neue Geschichte, singe ihm kein neues Lied vor, wenn es der alten schnell überdrüssig wird. Man kann es vielmehr hier schon von der größern Tiefe und Klarheit seiner Anschauung, die man es zu gewinnen nöthigt, eine Probe ablegen und einen ersten Uebergangsversuch zur Selbstthätigkeit machen lassen, indem man es die wiederholt erzählte Geschichte wiedererzählen, die mehrmals vorgesungene Melodie nachsingen läßt. — Man hüte sich vor Allem seiner Begehrlichkeit nach wechselnden Eindrücken, nach Unterhaltung und Genuß oder gar seiner Launenhaftigkeit und dem daraus hervorgehenden Eigensinn in irgend einer Weise nachzugeben. Man beginne vielmehr die erziehliche Gegenwirkung gegen diese Schwäche so früh wie möglich durch ruhige und konsequente Nichtbeachtung der kindlichen Unruhe und seines wechselnden Begehrens. Dem zornigen Schreien, mit dem das Kind schon im ersten und zweiten Lebensjahr die Befriedigung seines unvernünftigen Verlangens erzwingen will, und das jede Mutter leicht von dem klagenden Schreien über irgend einen Schmerz oder einen wirklichen Mangel unterscheidet, begegne man ja nicht mit dem Versuch es durch Zerstreuung zu beruhigen, die nur auf einen Augenblick wirkt und das Grundübel nur erhöht; aber auch nicht mit heftigem und schreienden Drohen oder Strafen, das nur eine Erneuerung und Verstärkung des kindischen Geschrei's hervorruft. Man lasse vielmehr sein Schreien völlig unbeachtet und gewähre ihm, auch wenn es sich endlich beruhigt hat, sein thörichtes Verlangen nicht. Die zärtlichen Mütter mögen sich aus Liebe zu ihrem Kinde nur immer die Pein auferlegen, ihm bei seinem jammervollen Schreien nicht zu Hülfe zu eilen. Sie dürfen völlig unbesorgt sein, daß es sich durch dasselbe nicht etwa einen körperlichen Schaden zusüge, denn davor wird es durch seinen eigenen Naturinstinkt bewahrt werden, der es nicht Uber das Maaß seiner Körperkraft hinausgehen läßt.

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