Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1865
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 25)
- Language
- German
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21 Stiche des Daseins, kann wohl ohne daraus hervorgehendes Denken und Thun, das Thun aber nicht ohne vorangegangenes Denken und Empfinden gedacht werden. Wir werden diesen Charakter, wenn er sich in gesunder Weise entwickelt, als den der edlen, kräftigen Männlichkeit bezeichnen können, da ja Selbstthätigkeit das charakteristische Merkmal der männlichen Bestimmung ist. In seiner Reife wird der Mann von diesem Naturel ein Mann von Thatkraft und von Grundsätzen, von Willensstärke und Entschiedenheit, ein Mann von Charakter sein, der seine Zwecke und Ziele fest nnd klar ins Ange faßt und mit Konsequenz verfolgt, ein Mann von Ruhe und Besonnenheit, von Muth und Entschlossenheit, von Wahrhaftigkeit und Zuverlässigkeit. Im Jüngling wird sich diese Naturanlage in der entschiedenen nnd kräftigen Erfassung seiner Lebensaufgabe und seines Berufs, in der ausdauernden und geordneten Vorbereitung für denselben durch Aneignung des Wissens und Könnens bekunden, das er von ihm fordert; in der Entschiedenheit und Wärme seiner Neigungen und in der Niederhaltung seiner Leidenschaften; — in unverbrüchlicher Treue gegen einen Freund; in hochfliegenden Plänen, die nicht selten von Ehrgeiz und Selbstüberschätzung über das Ziel seiner Kraft Hinausgetrieben werden und in stolzer drohender Empfindlichkeit gegen Alles, wodurch er seine Ehre gekränkt glaubt. Der Knabe, in dem sich diese Natur entwickelt, wird weniger lebhaft, weniger geistvoll erscheinen, als der Oberflächliche und selbst als der Schwächliche. Aber er wird schon jetzt in Allem, was er thut, seine ausharrende Selbstthätigkeit bekunden. Er wird mit eignen Augen sehen 'nnd das Gesehene prüfen wollen. Er wird Alles was ihm gelehrt wird, selbst durchdenken, alles was er arbeitet, mit Ueberlegung beginnen und mit gleichmäßiger Sorgfalt durchführen. Er wird sich dem Gesetz und der Autorität unterwerfen, aber jeder unberechtigten und ungerechten Gewalt entgegentreten nnd er wird auch dem Gesetz treu bleiben, das er sich selber auferlegt. Er wird was ihm gelehrt wird, nicht immer leicht und schnell, aber wenn er es erfaßt hat, klar und sicher in sich aufnehmen und festhalten. Er wird im Spiel eben so ernst, d. h. bei der Sache sein, wie beim Unter-