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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1865-01-01 · 1865 · p. Seite 18

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1865
Date
1865-01-01
Page
Seite 18 (sequence 22)
Language
German
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IRI
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18 Andere und an die Welt überhaupt zu erkennen gibt. Das innere Genügen, welches die Vertiefung in die eigenen Empfindungen hervorruft, gibt den Regungen der Selbstsucht und all der niedern Leidenschaften, die aus derselben entspringen, keinen Raum; und so werden wir Kinder von sinnendem Naturel selten der Genußnnd Habsucht verfallen und überhaupt selten von Leidenschaften ergriffen sehen, die es aus sich hinausdrängen und aus selbstsüchtigen Anforderungen an die Welt und au die Menschen hervorgehen. Dagegen wird für Menschen von diesem Naturel auch die Gefahr vorhanden sein, daß sie, in sich selbst und in ihr Empfinden verloren, der Forderungen nicht achten, welche die Welt und die Menschen um sie her an sie zu stellen berechtigt sind; daß sie in der That sich selbst vergessend auch in demjenigen Thun Zurückbleiben, was sie sich selbst und Andern schuldig sind. — Darum wird die Erziehung das wirksamste Gegengewicht gegen die einseitige Richtung des thatenlosen Empfindens in der frühzeitigen und fortgesetzten Gewöhnung an die Beachtung und Hebung der Pflichten erkennen müssen, die ihnen das Leben gegen sich selbst und gegen ihre Mitmenschen auferlegt. Nur möge das Thun, das man von ihnen fordert, nicht ein solches sein, das ihrer Natur widerstrebt und sie aus ihrer natürlichen und gesunden Selbstentwickelung gewaltsam herausreißen muß. Im geraden Gegensätze zu dem eben geschilderten steht der Charakter oder die Naturanlage der nach außen gekehrten Oberflächlichkeit; das Vorherrschen des Thätigkeitstriebes, dessen Uebung aber nicht von innerem Wollen, sondern von äußern Antrieben gelenkt wird. Das ist das unruhig erregte Kind, das nach Allem greift, um es alsbald wieder fallen zu lassen und die Hand nach einem andern Gegenstände auszustrecken. Das ist der Knabe, der Alles haben will und Alles zerstört oder verliert, weil er es alsbald mißachtet, wenn es ihm geworden ist; der zu Allem Lust und für Nichts Ausdauer hat, der tausend Fragen thut und auf keine Antwort merkt; der jede Arbeit mit Eifer beginnt und mit Unlust, oder gar nicht beendet. Das sind die Kinder, die schnell Freundschaften schließen und eben so schnell wieder fallen lassen, die denselben Menschen heute verehren und

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