Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1865
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 11)
- Language
- German
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7 ungeduldig gegen jeden äußern Widerstand, gegen jedes innere Leiden an, während das Weib beides durch leidendes Dulden überwindet. Das einzige Gebiet der Selbstthätigkeit, auf welchem das Weib dem Manne überlegen zu sein scheint, ist das der Phantasie. Aber es ist dies nnr ein inneres Schaffen, das dem Weibe Ersatz bietet für die Unfähigkeit des äußern thatsächlichen Gestaltens, welches nnr der männlichen Natur zusteht; daher ist auch die künstlerisch schaffende Phantasie ein nur äußerst seltenes Eigenthnm des WeibeS, das sich mit den Gebilden der sinnenden, träumenden und spielenden Phantasie begnügt. Denn diese müssen ihr nur zn oft die Unschönheiten des Lebens ersetzen und sie über die widerwärtige Gestaltung derselben hinwegtragen. Diese hier in ihrer Schärfe gezeichneten Gegensätze der kindlichweiblichen Natur gegen die männliche finbeu sich in tausendfältigen Schattirnngen in den verschiedenen Menschelllind Kindernaturen und bilden eines der wesentlichstell Momente ihrer Charakterverschiedenheit, und wir können diesen Gegensatz schon gar früh beobachten. Ein Kind, das mit klaren weitgeöffneten Augeli längere Zeit rnhig ins Licht oder ans einen stark beleuchteten Gegenstand schaut, das still horchend die summende Melodie eilies Wiegenliedes in sein Ohr klingen läßt ■— aber auch ein Kind, das im raschen Wechsel mit seinem Auge jeder Erscheinung folgt, von der es getroffen wird, durch jeden Ton, den es vernimmt, von dem Gegenstände seiner gegenwärtigen Aufmerksamkeit abgelenkt wird, trägt das Gepräge einer überwiegend empfangenden Natur an sich. Ruhiges Anfmerken oder Anfhorchen ist nicht das Zengniß eines trägen llnd slnnlpfen, wechselnde Beweglichkeit im Schauen und Hören nicht das Zeichen eines selbstthätigen Geistes, sonder»! beides zeugt von der zwingenden Macht der äußern Einwirkung, von der Unfähigkeit sich von der fesselnden Gewalt ihres Eindrucks losznrcißen. oder der Mannigfaltigkeit derselben Widerstand zu leisten. — Ein Kind, das einen Gegenstand, den es mit den Augen erfaßt, mit erregten Blicken gleichsam an sich zu fesseln sucht, das mit lebhafter Bewegung sich ihm entgegenwirft und mit den Händen unruhig nach ihm greift, das dem Ton, den es vernimmt, mit rascher Bewegung seines Kopses^oder seines