Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1864
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 41)
- Language
- German
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37 liche Würde ohne Stolz und UeLerhebung — alles das kann der ernste und beharrliche Wille sich aneignen, und es wird ihm die Macht des erziehlichen und versittlichenden Einflusses nicht fehlen, nach dem der Lehrer in seinem Beruf zu streben hat. — 4. Das Zusammenwirken. Wir haben sowohl für die Lehrthätigkeit wie für die erziehliche Wirksamkeit des Lehrers und der Schule eine der schwierigsten Aufgaben darin erkannt, diese Wirksamkeit zugleich für die Masse als gleichartige Gesammtheit und für die Einzelnen als verschieden geartete Individuen zu üben. Dieselbe Schwierigkeit tritt mit noch größerem Ernst und noch schwereren Anforderungen für seine ganze Berufsthätigkeit an den Lehrer heran, wenn er sich selbst einerseits als selbständiges, für all' sein Thun und Wirken sich selbst verantwortliches Individuum, andrerseits als Glied eines größeren Ganzen, eines Lehrerkollegiums betrachtet, mit dem er für ein gemeinsames Ziel Zusammenwirken soll. — Jede Individualität hat ihre Berechtigung und strebt nach der ihr eigenthümlichen Entwickelung und Aeußerung. Das haben wir selbst dem Kinde innerhalb der Gemeinschaft zugestehen müssen, der es angehört; das müssen wir noch vielmehr der entwickelten und gereiften Persönlichkeit, das müssen wir vor Allem dem Lehrer zugestehen, für den eine ausgeprägte und frei sich entfaltende Individualität zu den unerläßlichsten Bedingungen einer segensreichen Wirksamkeit gehört. Wir können es demnach als obersten Grundsatz auch für unsre Frage aussprechen, daß die Individualität in der Masse oder in der Gesammtheit nicht verloren gehen darf. — Wir müssen es überhaupt als ein vielleicht unabwendbares Uebel unsrer Zeit betrachten, daß in den gewaltigen und gleichmäßigen Strömungen der Massen, in der Gleichartigkeit weitverbreiteter Bestrebungen, in den Koalitionen und Assoziationen für gemeinsame Zwecke, in der zunehmenden Gleichmäßigkeit der Erziehung und der Lebensverhältnisse, in der politischen Parteibildung und selbst in der nationalen Massenbewegung, wie hoch wir das alles auch schätzen müssen, die Aus-