Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1863
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 58)
- Language
- German
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— 54- — fügen; ein Lehrer, der für seinen Beruf, ich möchte sagen, leidenschaftlich begeistert war, der in seiner Hingebung für denselben nicht ermüdete und eher sich selbst und sein Interesse, als seine Pflicht und sein Amt vergaß. Seine Wirksamkeit für die Schule war eine besonders segensreiche durch seinen Unterricht in der Naturgeschichte und Naturlehre, da er an der Hand der Natur selbst sein Wissen mit den Resultaten eigner Beobachtungen immer mehr zu bereichern und für das Selbstangeschaute das lebhafteste Interesse seiner Zöglinge zu erwecken wußte; sowie im Rechnenunterricht, für welchen er die möglichste Ausbildung der Schüler für die praktischen Aufgaben des Geschäftslebens mit unermüdlichem Eifer und mit dem glücklichsten Erfolge anstrebte. — Er hat die Frische des Geistes, die^r durch die Stärke seiner Willenskraft und durch seinen fortgesetzten Verkehr mit der Natur sich auch noch in hohem Alter zu erhalten wußte, bis zu den letzten Tagen und Stunden seines Lebens sowohl durch den Eifer bewährt, mit dem er seine Studien fortsetzte, als auch besonders durch die warme und ungeschwächte Theilnahme, die er der Schule und ihrer ferneren Entwickelung zuwendete. Seiner scharfen Beobachtung entging kein Mangel, wo ein solcher aufzutauchen schien; aber er besaß auch die für das Alter seltene Eigenschaft, den Fortschritt anzuerkennen, mit dem die Pädagogik über die Ansichten der Zeit hinausging, in der er gewirkt hatte. Der Unterzeichnete verdankt ihm manche werthvolle Belehrung, die er gern im Jnteresie der Schule benutzte, und unterläßt es nicht, den Dank dafür hier öffentlich auszusprechen, wie er dem wohlverdienten Danke der Schule und der Lehrer am Grabe des Hingeschiedenen Ausdruck zu verleihen suchte. Er starb im 71. Lebensjahre. Der Tod, den er niemals fürchtete, führte ihn leicht und schmerzlos aus dem Leben, nachdem er noch wenige Stunden vorher heiter und froh im Kreise seiner Kinder und Enkel gewesen war. Seine Bestattung war ein beredtes Zeugniß der Liebe und Verehrung, die er in langjähriger Wirksamkeit und in einem mackellosen Leben sich nicht nur bei seinen Schülern und Berufsgenossen, sondern auch in weiteren Kreisen erworben hatte.