Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1863
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 57)
- Language
- German
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53 zweier Männer zu berichten, die zwar seit längerer Zeit der Schule nicht mehr angehörten, aber durch langjährige Wirksamkeit an derselben bei Lehrern und Schülern noch im achtungsvollsten Andenken standen. Am 6. Mai starb im Alter von 51 Jahren vr. Heinrich Bier, der wegen zunehmender Kränklichkeit und Körperschwäche schon im Jahre 1857 sein Lehramt aufgegeben hatte. Mehr als 10 Jahre lang hatte er besonders in den oberen Knaben- und Mädchenklassen den Unterricht in der Geschichte, in deutscher Literatur und deutschem Stil ertheilt, und durch seine ausgezeichnete ästhetische Bildung wie durch seine gewinnende Persönlichkeit als Mensch und als Lehrer sich die Achtung seiner Kollegen und die Liebe seiner Schüler und Schülerinnen in hohem Grade erworben. Von Pflichttreue und Hingebung für seinen Beruf erfüllt, kämpfte er lange gegen die Leiden einer zunehmenden Kränklichkeit, ehe er sich entschließen konnte, denselben aufzugeben. Was die Schule durch seinen Austritt aus derselben verlor, habe ich in unserm Programme vom Jahre 1858 angedeutet. Sein Tod hat uns allen einen lieben Freund, einen hochgeachteten Berufsgenossen geraubt. Sämmtliche Lehrer und mehrere Knaben- und Mädchenklassen begleiteten ihn zu seiner letzten Ruhestätte, an welcher der Unterzeichnete Worte des ehrenden Andenkens an die leidtragende Versammlung richtete. Am 13. Dezember verstarb mit dem seit 1854 emeritirten Lehrer JakobBech hold der letzte der Männer, deren Wirksamkeit bis auf die ersten Anfänge unserer Anstalt zurückreichte und die zu den Schöpfern und Bildnern derselben gezählt werden müssen. Jakob Bechhold war einer der Männer, deren Verdienst um unsere Schule unvergessen bleiben wird; denn er hat es wie Wenige verstanden, seinen Geist, den Geist des unermüdlichen, selbstthätigen Bildungsstrebens auf seine Schüler und auf die Anstalt zu übertragen, an der er nahe an 45 Jahre, von seinem 19. Jahre an, gewirkt hat. Er war ein Autodidakt im besten Sinne des Wortes, der aus Allem, was sich ihm darbot, zu lernen, d. h. seinen Geist zu bilden wußte und niemals aufhöre, sein Wissen zu erweitern und zu bereichern, zu klären und zu befe-