Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1863
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 59)
- Language
- German
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55 Zu den Verlusten, welche die Schule im abgelaufenen Jahr erlitten hat, müssen wir mit vollem Recht auch den am 3. November erfolgten Tod der Frau Dr. Heß, der Wittwe unseres unvergeßlichen Oberlehrers Dr. Heß rechnen. Wir gedenken ihrer nicht so sehr, weil sie selbst vor vielen Jahren neben ihrem Gatten Lehrerin der Anstalt war, sondern weil ihr Leben und ihre Persönlichkeit mit dem Leben der Schule im innigsten und wohlthätigsten Zusammenhang stand. Es ist hier nicht der Ort, die Verdienste zu beleuchten, die sie sich um die Schule selbst durch die Art und Weise ihrer Fürsorge für den Leiter derselben erworben hat, indem sie jeden störenden und verstimmenden Gedanken von ihm fernzuhalten wußte; nicht der Ort von der Teilnahme zu sprechen, die sie in mütterlich aufmerksamer Weise jedem Lehrer und seiner Familie zuwandte; aber gewiß hat es jeder, der in der Schule thätig war, gefühlt, wie ihr Wirken und Walten über die Gränzen ihrer schönen Häuslichkeit hinaus seinen Segen nach allen Richtungen auch über das Leben und Gedeihen der Schule ausbreitete. Sie konnte den Heimgegangenen Galten nicht lange überleben und starb von allen ihren Kindern umgeben im Alter von 67 Jahren. Ihrer Bestattung schlossen sich sämmtliche Lehrer und Lehrerinnen der Anstalt nebst den Schülerinnen der oberen Mädchenklassen an. Der Unterzeichnete richtete an die zahlreiche Versammlung Worte der verehrungsvollen Erinnerung an das schöne und segensreiche Leben der Hingeschiedenen. Wenige Wochen vor dem Tode der Frau Dr. Heß, am 17. August, war es uns noch vergönnt, das schöne Denkmal zu enthüllen, das die Dankbarkeit seiner zahlreichen Schüler dem Gatten der Verstorbenen, dem seligen Oberlehrer Dr. Michael Heß, errichtet hat, dessen Namen mit dem unsrer Anstalt für alle Zeiten unzertrennbar verbunden sein wird. Auf einem einfachen Unterbau aus geschlissenem Granit, der auf dem Rasenplatz vor unserer Turnhalle aufgerichtet ist, ruht die wohlgelungene Bronzebüste, in welcher die Meisterhand eines Launitz die edlen Züge des Heimgegangenen Lehrers und Führers den kommenden Geschlechtern zu erhalten wußte. Wir unterlassen nicht, denen, die dieses