Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1863
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 23)
- Language
- German
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19 zum Menschen eine Vorstellung haben. Er soll von Salzen, Brennstoffen und Metallen die Fundorte und die Art ihrer Gewinnung, von Gesteinen und Kristallen die Gestalt und Farbe und die Art ihrer Bildung und Lagerung kennen lernen. Er soll vom Leben der Pflanzen, von ihrem Wurzeln und Keimen, von ihrem Wachsen und Blühen, von ihrer Frucht und ihrem Saamen Etwas wissen. Er soll mit dem Leben und den Gewohnheiten, mit den Wohnungen und Nahrungsmitteln der Thiere, mit ihren Trieben und Charaktereigenthümlichkeiten bekannt werden, und vor Allem davon Kenntniß gewinnen, in welcher Weise die Erzeugnisse der drei Reiche von den Menschen benutzt werden und wie mächtig einzelne derselben in die ganze Lebensgestaltung derselben eingreifen. Wer wollte glauben oder fordern, daß die Schule alles das in irgend welcher Vollständigkeit leiste? Aber wie eng auch der Kreis sein möge, innerhalb dessen diese Leistungen angestrebt und annähernd erzielt werden, so wird die Leistung von unendlichem Werth für die gesammte Geistes - und Gemüthsbildung des Zöglings sein. Und es ist viel, sehr viel in dieser Richtung zu erzielen, wenn die Kenntniß der Natur und der Sinn für dieselbe nicht auf den Schulbänken, sondern an der Hand der Natur selbst geweckt und gepflegt wird; wenn Garten und Wiese, Feld und Wald, Berg und Thal die Lehrmeister sind, an deren Hand das Kind in den Genuß und in die Kenntniß der Natur eingeführt wird. Es ist kein Kind zu jung, um, wenn es noch lange nicht für die Schule reis ist, an der Seite des Vaters und der Mutter, des Bruders und der Schwester seine ersten Belehrungen über die Natur aus derselben zu schöpfen, seine erste Freude an ihrem Werden, Wachsenund Blühen, zu empfinden, wenn es mit eigenen Augen ihre Wunder zuschaut; sei es der Farbenglanz eines Schmetterlings oder eines Goldkäfers, der Kunstbau einer tausendblättrigen Blüthe oder das Gewebe einer Spinne und was sonst das Auge des Kindes ergreift, um es mehr und mehr mit seinem Geiste zu erfassen. Ja es ist kein Kind zu jung, um sich an der Beobachtung des Pflanzenwachsthums in seinem Gärtchen, an der Wandlung einer Raupe zur Puppe und zum Schmetter- 2*