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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 9

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1863
Date
1863-01-01
Page
Seite 9 (sequence 13)
Language
German
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IRI
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9 über die einfachsten Fragen verständlich und zusammenhängend ihre Meinung auszusprechen. Freilich soll eine Schule, wie die unserige, neben den Aufsätzen nicht auch noch besondere Uebungen im mündlichen Vortrage zum Gegenstand des Unterrichts machen, aber sie muß in jeden: Zweige und auf allen Stufen des Unterrichts Gelegenheit finden und suchen, die Schüler durch Wiedererzählen des Vorgetragenen, durch Beschreibung des Vorgezeigten und durch Erklärung des Gelehrten oder Zulehrenden im freien und sichern Gebrauch der Sprache zu üben. Die Zeit, die hierauf verwendet wird, ist keine verlorne. Denn alles Wissen wird erst zum vollen und sichern Besitzthum, wenn es sich selbst seinen sprachlichen Ausdruck geschaffen hat, und es gewinnt für den Besitzenden einen doppelten Werth, wenn sich mit demselben die Fähigkeit der Mittheilung vereinigt. Der Untericht in schriftlichen Aufsätzen gehört zu den schwierigsten Lehrgegenständen der Schule, weil sich weder das Ziel, das angestrebt, noch der Weg, auf den: es ereicht werde:: soll, mit irgend welcher Bestimmtheit angeben läßt. — Der Schüler soll sich präeis und korrekt ausdrücken lernen, d. h. er soll für das, was er sagen will, immer auch das rechte Wort finden und wählen. Wie will man das lehren, wenn n:an ihn nicht lehren kann, die Dinge richtig und bestimmt anzuschauen und aufzufassen? Das aber kann die Schule nur in ihrer Gesaunutleistung, aber nicht in diesem besonder:: Unterricht erzielen. Der Schüler soll ferner die Worte angemessen verbinden, seinen Satz richtig aufbauen und die Sätze miteinander verknüpfen., — Das kann man allenfalls lernen. Aber der Satzbau soll nicht einförmig und nicht gesucht, nicht abgerissen und nicht verwickelt, das Ganze fliehend, abgerundet und auch der Silbenfall nicht vernachlässigt sein. Das kann man nicht lehren; dafür kann man nur den Sinn schärfen und üben. Der Untericht im deutschen Stil soll aber auch, abgesehen von den: Sprachlichen und Stilistischen im engeren Sinne, den Schüler zur angemessenen Behandlung und Darstellung eines seinen Kräften entsprechenden Stoffes befähigen. Er soll womöglich klar und lebendig erzählen, anschaulich beschreiben und schildern, in einem Brief sich bestimnit und warm

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