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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1863-01-01 · 1863 · p. Seite 5

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1863
Date
1863-01-01
Page
Seite 5 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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5 stellen, dessen Bewältigung unsere Zeit und die Aufgabe der Schule innerhalb derselben von uns fordert, und sehen wir zu, uns darüber klar zu machen, was wir durch unfern Unterricht in den verschiedenen Lehrgegenständen für unsere Schüler zu erreichen bemüht sein müssen. Da tritt zuerst die Muttersprache, als Quell und Mittelpunkt alles Wissens, als Mittel und Organ alles geistigen Erwerbens und Schaffens mit ihren umfassenden und jeden Widerspruch zurückweisenden Forderungen an uns heran und nimmt auf allen Stufen unserer Wirksamkeit dieselbe in ernster und mannigfacher Weise in Anspruch. Das Kind muß sprechen, d. h. den Sprachlauten ihr volles Recht gewähren lernen, und sie eben so sicher ins Ohr aufnehmen, wie für das Ohr wiedergeben. Es soll die Vokale mit ihren Umlauten und Doppellauten rein, die Konsonanten in bestimruter Unterscheidung der weichen uitb harten, der Zisch- und Gaumenlaute aussprechen, der Betonung in Hochton, Tiefton und Tonlosigkeit ihr Recht werden lassen. Und das ist eine Aufgabe der Schule, deren Wichtigkeit vielleicht von keiner andern übertroffen wird und deren Lösung nicht etwa in den ersten Schuljahren erledigt, sondern durch die ganze Schulzeit mit unermüdlicher Beharrlichkoit erstrebt werden muß. Denn wir erfüllen damit nicht nur eine Pflicht gegen das Individuum, dem wir seinen kostbarsten Besitz damit zum vollen Eigenthum machen, sondern auch gegen unsere deutsche Sprache selbst, die wir dadurch vor provinzieller und allgemeiner Verderbniß, vor Verkümmerung und Verdunkelung ihrer Laute schützen helfen. Das Kind soll sprechen, d. h. was es anschaut, denkt, fühlt und will, verständlich und richtig ausdrücken lernen. Wir sprechen noch nicht von der grammatischen, sondern nur von der sachlichen und sprachlichen Richtigkeit. Denn das Kind muß vor allem der Sprache mächtig werden und sie zunr sichern Organ für die Mittheilung alles dessen machen, was in seiner Seele vorgeht. Es muß zu sagen verstehen, was es sieht und hört, was es denkt und fühlt, was es will und begehrt. Wie viele Menschen erreichen diese wichtigste Fähigkeit, sich deutlich und

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