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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1862-01-01 · 1862 · p. Seite 26

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1862
Date
1862-01-01
Page
Seite 26 (sequence 26)
Language
German
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26 man ja überdies noch später durch Privatunterricht das Fehlende Hinzuthun könne. Diese irrige Vorstellung von dem Wesen und Zweck der Schule, verbunden mit dem unverständigen Drängen nach dem „Fertigwerden" der Kinder ist die Ursache für den so überaus häufigen und so überaus nachtheiligen Austritt der Zöglinge aus der Schule, bevor der Cursus derselben vollendet ist. Die Schule aber ist ein organisches Ganzes, dessen Theile und Glieder im engsten Zusammenhang mit einander stehen und besten Wirksamkeit auf den verschiedenen Stufen derselben eine nicht quantitativ, sondern qualitativ fortschreitende ist. Die Leistung einer jeden Stufe hat daher nicht nur die der vorhergehenden zu ihrer Bedingung, sondern auch die aller folgenden, da diese ihr erst durch stufenmäßige Entwickelung und Befestigung und endlich durch überschauliche Zusammenfassung des angesammelten Lehrmaterials ihren Werth verleihen. Es ist zum großen Theil derselbe Lehrstoff, der auf den verschiedenen Stufen in verschiedenen Formen wiederkehrt; und was vielleicht auf der ersten nur ein Besitz der äußern Anschauung geworden, wird auf der folgenden zum Gegenstand der selbstthätigen Aneignung, und erst auf der obersten zum verstandenen und dadurch gesicherten Geisteseigenthum. Was erst nur Gegenstand der mechanischen Wahrnehmung oder des gedächtnißmäßigen Erlernens war, wird nun zur freien selbstschöpferischen Uebung und zum Gegenstand freier Anwendung. Insbesondere aber muß die oberste Klasse dazu dienen, was in allen früheren stückweise und vereinzelt erlernt worden ist, nicht nur summarisch zu rekapituliren, sondern auch zu einem organischen Ganzen zusammenzufassen. Die Schule hat ferner nicht die Aufgabe, ihren Zögling das zu lehren, was er für seinen künftigen Beruf braucht; denn daun würden neun Zehntel ihres Bildungswerks unnütz sein und das weibliche Geschlecht würde kaum irgend Etwas von dem zu erlernen haben, was ihm die Schule bietet. Sie soll vielmehr den Menschen als solchen für's sittliche und werkthätige Leben überhaupt bilden, daß er für jeden Lebensberuf durch dieselbe vorbereitet werde. Sie ist daher auch ein organisches

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