Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1862
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
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24 — der an den Zögling gestellten Forderungen hervorgeht. — Der gute Schüler, sinkt zur Mittelmäßigkeit herab. Er sucht sich noch eine Zeitlang durch angestrengten Fleiß in der Zufriedenheit seiner Lehrer zu erhalten, und durch mechanische Erlernung der gestellten Aufgaben die mangelnde Kraft der Verstandsthätigkeit zu ersetzen. Aber die Resultate bleiben ungenügend die Anspannung der Kräfte läßt nach; die Lebhaftigkeit der Theilnahme geht in Erschlaffung über. Er schleppt sich von Jahr zu Jahr vielleicht noch durch die Klassen hindurch. Aber mit jeder neuen Stufe zeigt sich seine Unreife und Unfertigkeit immer mehr, und er verläßt endlich die Schule immer noch in frühreifem Atter, aber höchstens mit der Bürde des äußern Materials belastet, das sie ihren Zöglingen als freies geistiges Besitzthum anzueignen bestimmt ist; ermattet und erschöpft von der Mühseligkeit des mechanischen Lernens und ohne die Fähigkeit und das Streben nach irgend welcher selbstthätigen Fortbildung, ja auch ohne Energie und Frische für den neuen Lebensberuf, in welchen er eintritt. Er hat für das Jahr, das man durch seine frühzeitige Einführung in die Schule gewonnen zu haben meinte, 4 oder 5 der wichtigsten Jahre seiner Lebensentwickelung mehr oder weniger verloren. Und dieser Verlust wird sich während seines ganzen Lebens fühlbar machen; denn jede Geisteskraft erfordert für ihr Wachsthum und ihr Reifen ein bestimmtes, wenn auch nicht genau abgegrenztes Lebensalter, und die spätern Jahre können daher das Versäumte kaum wieder nachholen. Wie mit dem verfrühten Eintritt in die Schicke Uebelstände verbunden sind, denen der begabte Zögling eben so wenig zu entgehen vermag, wie der mittelmäßige, so tritt für die Min? derbegabten, deren allgemeine, Entwickelung eine langsamere ist, nicht selten die Nothwendigkeit ein, sie in ihrem regelmäßigen Fortschreiten von einer Unterrichtsstufe zur andern eine Zeitlang zurückzuhalten, wenn sie nicht in gleicher Weise durch Unreife für die Anforderungen der nächsten Stufe in Erschlaffung und Theilnahmlosigkeit verfallen sollen, durch welche diese Unreife nur noch erhöht werden muß. Oft ist es uns daher gelungen, die Gefahr, welche wir für