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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1862-01-01 · 1862 · p. Seite 23

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1862
Date
1862-01-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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23 Denn je strenger und unnachsichtiger die Schule mit ihren für die Leistungsfähigkeit solcher Kinder zu schweren Forderungen an sie herantritt, um so weniger sind sie auf der ersten Schulstufe im Stande, die Versäumnisse der Kindheit, auf der nächsten Stufe die Versäumniß der frühem nachzuholen. Und daher kommt es, daß viele Menschen während ihres ganzen Lebens nicht recht sehen und hören und noch weniger sprechen lernen, weil man ihnen in der Jugend nicht Zeit gelassen hat diese Fähigkeit durch eigne Thätigkeit ausreichend zu entwickeln. — Andere Kinder dieses Alters, denen bei dem verfrühten Eintritt in die Schule noch die Kraft der Aufmerksamkeit auf eine durch den Unterricht an ihre Verstandes- und Willensthätigkeit gerichtete Forderung fehlt, versinken in träumerische Abspannung, in ein gedanken- und empfindungsloses Spiel mit den nächsten Gegenständen ihrer Umgebung, das, durch wiederholte Aufforderung des Lehrers unterbrochen, nicht gleich dem freien Spiel des Kindes zu einer Förderung seiner Geisteskräfte, sondern nur zu einer Zerstreuung und Erschlaffung derselben führt, aus der sich das Kind häufig in vielen Jahren nicht wieder herauszuarbeiten vermag. Am gefährlichsten, weil am spätesten merkbar, sind die Folgen des verfrühten Schulunterrichts bei den begabteren Kindern. Sie kommen wohl schon mit einiger Vorbereitung für denselben in die Schule, zeigen eine erfreuliche Lebhaftigkeit der Theilnahme für den ersten Unterricht, der sich in seiner methodischen Gestaltung möglichst nahe an ihre bisherige Auffassungsweise der äußern Eindrücke anschließt, eignen sich ohne Schwierigkeit den Lehrstoff der unteren Unterrichtsstufen an, und gehen trotz ihrer Jugend ohne Aufenthalt und als gute Schüler durch 3., 4. oder 5. Klassen. Aber in den Mittlern und oberen Klassen, wo die Ansprüche an eine ernste Verstandesthätigkeit nach Maßgabe des für dieselben vorausgesetzten Alters beginnen, wo allmälig auch schon ein gewisses Maß selbstthätigen Denkens und Schaffens (in freien Aufsätzen u. s. w.) verlangt werden muß, pflegt nicht selten ein Stillstand einzutreten, der wieder aus der durch das Lebensalter bedingten Unreife des Geistes für die Erfüllung

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