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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1862-01-01 · 1862 · p. Seite 15

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1862
Date
1862-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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15 Wissens- und kennenswerthen Dinge oder aller nachahmungswerthen Handlungen, und wäre ihre Ordnung und Stufenfolge auch noch so sehr dem natürlichen Entwickelungsgange des Kindes abgelauscht und angepaßt, kann den Werth und die Wirkung dieses freien Waltens der Kindesnatur ersetzen, und dieses weisesten Gesetzes, nach dem die Natur und das Leben die Dinge und Vorgänge seinen Sinnen und seinen Interessen näher führen. Freilich nennen wir dieses Gesetz Zufall, wie wir ja Alles mit diesem Namen bezeichnen, dessen Nothwendigkeit und dessen inneren Zusammenhang wir nicht begreifen. Aber versuchen wir's nur, den Wegen dieses Zufalls mit beobachtendem Auge zu folgen, so werden wir nicht nur an seinen Wirkungen die Macht seines Einflusses erkennen, sondern gestehen müssen, daß er es ist, dem wir die wichtigsten und fruchtbarsten Grundsätze unseres pädagogischen Thuns abgelauscht haben, und daß unsere Erziehungswissenschaft gewiß immer mehr fortschreitet, je mehr wir diesen Zufall begreifen und das in ihm waltende Gesetz erkennen lernen. Ein Institut, das, an die Stelle dieser freien und wie man sagt zufälligen Einwirkung der Natur auf die Anschauung und den Willen des Kindes, die ordnende Hand eines pädagogischen Planes setzen will, erkennen wir in den Kleinkinderschulen und den Kindergärten. Wir wollen den genialen Gedanken nicht verkennen, der dieser neuesten Schöpfung der Pädagogik zum Grunde liegt; wir bewundern die feine und scharfe Beobachtung der Kindesnatur und ihrer Entwickelung, die sich in der Wahl und Stufenfolge der Mittel für diesen Zweck zu erkennen gibt. Aber wir können uns zu dem Gedanken nicht verstehen, daß ein so frühes Lebensalter schon für eine methodische und systematische Entwickelung seines Empfindens und Anschauens, seines Wollens und Thuns geeignet sei, wenn dieselbe auch in der That nur auf diejenigen Kräfte gerichtet ist, die sich in dieser Zeit naturgemäß entwickeln, und diejenige Richtung verfolgen, welche die Natur selbst einzuschlagen liebt. Denn wir müssen für diese Lebensepoche die Freiheit und Unbefangenheit der Selbstentwickelung, zu der das unbeirrt sich selbst überlassene Kind in seinem Ver-

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