Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1862
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
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13 sind, wohl aber durch unser ungeschicktes, unzeitiges Eingreifen ihr Werk gar leicht zu stören und zu verwirren vermögen. Das Kind aber baut sich aus den Eindrücken, die es in diesen ersten Lebensjahren empfängt und in sich aufnimmt, nicht nur die äußere Sinnenwelt, sondern auch seine geistige und sittliche Welt auf. Es ist daher nur Eines, was Eltern und Alle die mit Kindern umgehen sich in dieser Zeit zum unverbrüchlichen Grundsatz zu machen haben: daß sie es nämlich vor unschönen, unwahren und unedlen Eindrücken schützen; daß sie es nichts sehen und hören lassen, was seine Vorstellungen verwirrt und irre führt. Denn die Eindrücke, die das Kind in sich aufnimmt, sind natürlich auch die Richtschnur seines eigenen Thuns. Es wird sprechen, wie es seine Eltern sprechen hört, und thun, was es seine Eltern thun sieht. Es wird aus den Eindrücken seiner ersten Lebensjahre, — d. h. aus dem Haushalt und dem Leben seiner Eltern, aber nicht aus ihren Belehrungen und Vermahnungen, den Sinn für Sauberkeit und Ordnung, für Fleiß und Thätigkeit, für Anstand und Sitte, für Freundlichkeit und Wohlwollen, oder für alle entgegengesetzten Untugenden in sich aufnehmen; es wird diese letzteren nicht minder aus der Gesindestube empfangen, wenn sein Leben sich vornehmlich in dieser bewegt. Es kann daher nicht genug vor dem Jrrthum gewarnt werden, daß das Kind in den ersten Lebensjahren von dem, was es sieht und hört, noch nichts verstehe. Es versteht nicht nur unendlich mehr, als man glaubt, sondern prägt sich die in dieser Zeit empfangenen Eindrücke mit unauslöschlicher Festigkeit in die Seele. Wollt ihr aber wissen, wann die Zeit der Belehrung anfange, so wird euch das Kind am besten darüber Aufschluß geben, indem es sie von euch fordert. Wenn es euch fragt, oder euch um Geschichten und Erzählungen bittet, da mögt ihr ihm antworten, es aufklären, ihm erzählen; aber Geschichten, die seine Phantasie beschäftigen, die ihm das Schöne und wohl auch das Gute in anschaulicher und ansprechender Form vorführen. Was ihr für seine moralische Erziehung thun wollt, möge ja nur auf dem Wege der Anschauung geschehen, dem einzigen, auf dem das