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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1862-01-01 · 1862 · p. Seite 5

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1862
Date
1862-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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IRI
…/9643703-7658177--315-7658182
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5 serer Zeit ausgeht beruht in der trügerischen Meinung, daß für einen jeden Lebensberuf nur ein gewisses Maß positiver Kenntnisse erforderlich sei, und daß die Zeit für den Eintritt in diesen Beruf nur durch den Zeitraum bestimmt werde, der für die Erwerbung dieser Kenntnisse erforderlich ist. Die Schule erscheint demnach als die allgemeine Präpariranstalt für bestimmte Zwecke; und der große Fortschritt, den die Pädagogik in den letzten Jahrzehnten gerade dadurch gemacht hat, daß sie dem Kinde die Aneignung von Kenntnissen wesentlich erleichtert, soll nun auch eine Verkürzung der Schulzeit und die Möglichkeit eines frühzeitigen Eintritts ins praktische Leben und in die Erwerbsthätigkeit erwirken. Aber man vergißt dabei nur, daß für die fruchtbare Erwerbung dieser Kenntnisse in der Schule, und nicht minder für die Verwerthung derselben im Leben, eine entsprechende Reife der allgemeinen menschlichen Entwickelung, seiner Geistes- und Gemüthskraft, ja auch seines Körpers und vor Allem seines Charakters erforderlich ist, und daß ohne diese Übereinstimmung des ganzen innern Menschen mit den äußern Anforderungen, die an seinen Geist und seinen Willen, an sein Denken und Thun gestellt werden, das was er sich aneignet und was er leistet nur ein halbes Wissen und ein halbes Schaffen ist, das nicht nur für die Gegenwart werthlos, sondern auch für seine Zukunft verderblich sein muß. Die Natur hat uns für den Gang der menschlichen Entwickelung und für das, was wir zur Pflege derselben zu thun haben, sehr merkbare Fingerzeige gegeben; und wenn wir den Weg, den sie uns zeigt, nur treulich verfolgen wollten, würden wir vor manchen schweren Verirrungen und folgenreichen Versündigungen gegen unsere Jugend geschützt sein. Nach den Gesetzen der Natur geht die körperliche und geistige Entwickelung, besonders in der ersten Jugendzeit des Menschenhand in Hand miteinander, und das Vorausgreifen der einen vor der andern wird für beide gefährlich und verderblich sein. Denn es ist nicht etwa nur die Gesundheit und die naturgemäße Entfaltung des Körpers, sondern vielleicht noch in höherem Maße die der Seele, die durch die Verfrühung und Ueber-

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