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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1862-01-01 · 1862 · p. Seite 4

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1862
Date
1862-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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IRI
…/9643703-7658177--314-7658181
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kürzung der Schul- und Bildungszeit Nachtheile und Uebelstände hervorgehen, die um so verderblicher sind, jemehr sie erst in spätem Lebensepochen fühlbar werden, in denen ihre Heilung meist nicht mehr möglich ist. Es ist ein natürliches Gefühl elterlicher Liebe und elterlicher Wünsche, wenn die Mutter sich schon im frühesten Lebensalter ihres Kindes die ganze Reihe der Bilder vor die Seele ftihrt, in denen sie den Liebling ihres Herzens und die Hoffnung ihres Lebens mit dem Fluge der Phantasie über die langsam fortschreitenden Jahre hinweg trägt, um das zarte Kind sich schon als blühendes Mädchen, als Stütze und Genossin ihrer häuslichen Wirksamkeit, als reichgeschmückte Braut am Traualtar vorzustellen; wenn der Vater das junge Söhnchen in Gedanken schon als rüstigen Knaben, als stattlichen Jüngling vor sich sieht, der mit mannichfachem Wissen ausgerüstet in den Beruf des Vaters eintritt oder in die Welt hinaus zieht, um sich endlich sein Haus zu gründen und sich eine würdige Lebensstellung zu schaffen. Wer möchte diesem lieblichen Spiel der Phantasie wehren, dieses Vorausgreifen des Gemüths in die ferne Zukunft derer, für deren Zukunft wir unsere eigene Gegenwart opfern, mißbilligen und mißdeuten? Aber es darf dieses Spiel der Phantasie den Forderungen der Wirklichkeit nicht in den Weg treten und die vorgeahnte Freude an einer ersehnten Zukunft das Recht der Gegenwart nicht verkürzen. Ihr aber trübt und verkümmert durch ein allzuhastiges Drängen nach dem Ziele der Zukunft nicht nur euch selbst die reichen und reinen Freuden, die euch jedes und besonders das jugendlich frische Lebensalter eures Kindes bietet, wenn ihr es recht zu würdigen und zu genießen versteht, ihr raubt auch diesem eurem Kinde unwiderbringlich einen Theil des Genusses, den es für die Gegenwart, und des Gewinnes, den es für die Zukunft aus seiner Jugend schöpft, wenn ihr ihm diese Jugend verkürzt und es aus einer Epoche seiner Entwickelung immer wieder in eine andere hineindrängt, ehe es jene vollendet und ehe es für diese die ausreichende Reife des Geistes und des Gemüthes erworben hat. Der Grundirrthum, von dem diese schwere Verirrung un-

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