Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1861
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 53)
- Language
- German
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49 aber die Leistungen und den Werth Anderer jederzeit bereitwillig gewürdigt; niemals Lob und Anerkennung für sich verlangt und sie gern, ja nicht selten im Uebermaß Andern zugestanden, Angriffe und selbst Verläumdungen ohne Zorn und Erbitterung ausgenommen, aber niemals gegen Andere gerichtet. — Nur diese Strenge gegen sich selbst setzte ihn in den Stand eine so ungewöhnliche Arbeitskraft zu entwickeln, wie wir sie in seiner doppelten Wirksamkeit bewundern und neben der er doch immer noch zu unzähligen Dienstleistungen für Einzelne und zu einer bedeutenden Thätigkeit für öffentliche Zwecke des Wohlthuns Zeit fand. Denn so lange er lebte war jede Stunde für genau bemessene Zwecke bestimmt; und nur eine höhere Pflicht konnte ihn von der Beobachtung dieses sich selst gegebenen Gesetzes ablenken. Und weil er Alles was ihm oblag und was er zu thun übernommen hatte ohne Auffchub that, fand er immer noch Zeit Neues zu übernehmen, wenn es ihm schien, daß es gethan werden müsse. Die Strenge gegen sich selbst bekundete er endlich in der vollkommenen Wahrhaftigkeit und Zuverlässigkeit seines Wesens, die ihn als Menschen und als Freund in gleicher Weise charakterisirte und ihn zum unverrückbaren Vorbild der Jugend, zum sichern Anhalt seiner Freunde und zur Stütze derer machte, die seinen Beistand in Anspruch nahmen. Neben diesen Verdiensten des Gelehrten, des Lehrers und des Menschen dürfen wir aber auch hier des besonderen Verdienstes nicht vergessen, das er sich um unsere Stadt und unsere Gemeinde durch seine Wirksamkeit für öffentliche Wohlthätigkeit erworben hat, obgleich er bis zu seinem Tode kein Bürger Frankfurts war. Er war der Gründer und Leiter des sogenannten Permissionistenvereins zur gegenseitigen Unterstützung erkrankter Nichtbürger Frankfurts. Er hat die Gründung der Creizenach-Stiftung zur Unterstützung kranker und berufsunfähiger Lehrer unserer Anstalt und ihrer Wittwen und Waisen angeregt und bis zu seinem Tode dem Vorstande dieser Stiftung angehört. Mit besonderer Liebe und Hingebung aber widmete er sich dem wohlthätigen Werk des von ihm gegründeten israelitischen Frauenvereins und des von demselben errichteten Waisenhauses für jüdische Mädchen der Stadt und der nächsten Umge- 4