Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1861
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/9643703-7658106--293-7658158- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
50 bung. Ich habe an einem andern Orte Gelegenheit gehabt über diese seine edle und verdienstvolle Wirksamkeit Näheres mitzutheilen. Aber auch in diesen Blättern soll der Ausdruck des tiefgefühlten Dankes nicht fehlen, der ihm für das herrliche Werk und für seine unermüdliche und aufopfernde Thätigkeit auf diesem Gebiet von der Stadt und der Gemeinde gezollt wird, und den vor Allem die Minder in ihrem Herzen tragen, für deren Glück und Wohl er mit wahrhaft väterlicher Liebe zu sorgen nimmer ermüdete und die seinem Herzen wie eigene Kinder theuer waren, die ihm Gott versagt hat. Wie tief der Verlust eines solchen Mannes in unserer Gemeinde, eines solchen Lehrers und Amtsgenossen in unserer Anstalt von seinen Kollegen und Zöglingen empfunden wurde, wird Jeder ermessen können, der ihn gekannt hat; und es war uns überaus wohlthuend daß uns wenige Monde vor seinem Scheiden, bei Anlaß seines 25jährigen Dienstjubiläums, am 1. Juli v. I. die erwünschte Gelegenheit ward, ihm in unzweideutigster Weise die allgemeine Verehrung und Liebe zu erkennen zu geben, die er sich im Kreise seiner Kollegen und Zöglingen erworben hat; und eben so erfreulich war es für uns die wohlthuende Wirkung zu erkennen, die diese Kundgebung auf sein Gemüth ausübte. Niemals hat sich die Tiefe seines Empfindens mit so viel Wärme und Innigkeit zu erkennen gegeben wie an jenem Tage, und niemals haben wir es so lebhaft gefühlt, wie nahe er unserm und wir seinem Herzen standen. Wer hätte es ahnen mögen, daß dieses warmfühlende Herz in wenigen Monden nicht mehr schlagen werde. Sein Tod erfolgte nach neuntägigem Krankenlager am 22. November v. I. Die Trauer über sein unerwartetetes Hinscheiden erfüllte die ganze Stadt und breitete sich bald über die weitesten Kreise des Vaterlandes aus; und hier, wie in vielen anderen Gemeinden Deutschlands wurden in den Synagogen Gedächtnißreden zu seinem Andenken gehalten. Seine Leichenbestattung fand am 24. Nov. unter Betheiligung seiner zahlreichen Freunde und Verehrer sowie der Schulbehörden, des gesummten Lehrerkollegiums und der oberen Knaben- und Mädchenklassen statt. Am Grabe sprachen Herr Rabbiner Stein und der Unterzeichnete Worte der Dankbarkeit und der Verehrung, und