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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1861-01-01 · 1861 · p. Seite 48

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1861
Date
1861-01-01
Page
Seite 48 (sequence 52)
Language
German
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IRI
…/9643703-7658106--291-7658156
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48 Gemüth gehörte ganz der Jugend an für die er zu wirken berufen war, und es schien ihm kein Opfer, sich für die Bildung und Belehrung derselben in eine Denk- und Anschauungsweise zu versetzen, die von der Region seines sonstigen Denkens und Forschens so weit entfernt war. Und wie er aus der Wirksamkeit für die Jugend eine höhere Befriedigung schöpfte, als aus seinem schriftstellerischen Ruhme, so war ihm auch der Umgang mit derselben der wohlthuendste; und die heitere Freundlichkeit, die er neben dem hohen sittlichen Ernst seines Wesens und Wirkens im Verkehr mit derselben an den Tag legte, die lebhafte persönliche Theilnahme, die er jedem Einzelnen zuwendete, haben ihm einen Einfluß auf dieselbe verschafft, der mehr in der Totalität seiner Persönlichkeit, als in der speciellen Lehrthätigkeit beruhte, und der gar Vielen erst in seiner ganzen Bedeutung fühlbar wurde, wenn sie in reiferen Jahren überhaupt zur Er« kenntniß dessen gelangten, was sie der Schule zu verdanken hatten. Nicht minder bedeutsam und charakteristisch war sein Verhältniß zu seinen Kollegen. Denn während er in unbefangenster und anspruchlosester Weise jederzeit bereit war von seinem umfangreichen und vielseitigen Wissen mitzutheilen, lag ihm doch nichts ferner als der Gedanke, seine hervorragende literarische Stellung in irgend welcher Weise in seinem Verhältniß zu ihnen geltend zu machen. Heiter und harmlos im alltäglichen Umgang, theilnehmend und dienstfertig für alle bedeutenden Vorgänge des Lebens, war er in der Gemeinsamkeit des Wirkens fern von Hochmuth und Eitelkeit, vielmehr für jede Ansicht leicht zugänglich und freudig im Zusammenwirken mit Anderen, wo es galt einen gemeinsamen Zweck zu erreichen. Stolz war er auf Nichts als auf seine Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit, und er überbot im Dienste dieser Tugenden nicht selten die Kräfte seines Körpers. Aber die Kraft seines Willens siegte auch nicht selten über körperliche Leiden, denen er nicht gestatten wollte ihn der pünktlichen Erfüllung seiner Berufspflicht zu entziehen. In dieser unerbittlichen Strenge gegen sich selbst beruhte der Grundcharakter seines Wesens; denn sie war in ihm wie selten mit der schonendsten Milde gegen Andere verbunden. Darum hat er sich niemals seines Werthes und seiner Leistungen überhoben,

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