Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1861
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 50)
- Language
- German
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46 Judenthunls und seiner Sekten," durch die er für die politische und sociale sowie für die literarische und religiöse Geschichte des Judenthums und seiner Bekenner die Bahn gebrochen und den Weg geebnet hat; die Herausgabe und Übersetzung der Mischnah, durch die er sich als gründlichen Kenner des talmudischen Judenthums dokumentirte, und sein „offenes Sendschreiben an den Geheimrath Streckfuß" sowie seine „legislativen Fragen," mit denen er als muthiger und wohlgerüsteier Vorkämpfer für die bürgerliche Gleichstellung der Juden austrat; fernerseine allgemein anerkannten Werke ans dem Gebiete der deutschen Sprach- und Stylkunde: „Handbuch des deutschen Styls," „Lehrbuch des hochdeutschen Ausdrucks in Rede und Schrift" und „Schule des freien Gedankenausdrucks", und endlich noch sein ausführliches Lehrbuch der englischen Sprache". Aber wir müßten, um das Bild seiner schriftstellerischen Thätigkeit zu vervollständigen, auch noch seine Uebersetzungen aus dem Französischen, Englischen und Russischen und seine überaus zahlreichen und werthvollen zum Theil in trefflichem Hebräisch geschriebenen Aufsätze, historischen, literarischen und religiösen sowie pädagogischen Inhalts aufzählen können, die theils in den von ihm selbst herausgegebenen „Israelitischen Annalen", theils in andern Zeitschriften und Encyclopädieen erschienen sind, und dazu müßte endlich noch seine umfassende wissenschaftliche Korrespondenz kommen, wenn der ganze Umfang seiner literarischen Leistungen erschöpft werden sollte, die neben einer anstrengenden Berussthätigkeit nur einem so unermüdlichen Fleiß und einer so unzerstörbaren Arbeitskraft möglich waren, wie sie der Verstorbene besessen hat. Wir wissen wohl, daß der Gelehrte und Schriftsteller Jost nicht uns, sondern der großen Gesammtheit angehörte, für die er gewirkt hat. Darum dürfen wir die Würdigung desselben einer hoffentlich nicht ausbleibenden ausführlichen Biographie überlassen, und hier nur des Kollegen und Freundes gedenken, den wir in ihm besessen haben. Aber wir fühlen auch in diesem Sinne den Verlust doppelt schmerzlich, den wir durch seinen Tod erlitten, da mit demselben unserer Anstalt und unserem Kollegium der Schmuck und die Zierde geraubt wurde, welche der Name eines so hoch und so allgemein geehrten Gelehrten denselben