Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1861
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/9643703-7658106--288-7658153- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
45 erfüllt hatte, übertrug sie seitdem in immer gleicher Weise auf ihre Wirksamkeit in unserer Anstalt. Bis zum späten Greisenalter wußte sie sich die Frische ihres gebildeten Geistes und ihres sanften Gemüthes zu erhalten, und wie sie sich mit immer gleicher Liebe und Gewissenhaftigkeit ihrem Beruf widmete und denselben durchaus nicht aufgeben wollte, so wußte sie sich die Liebe und Verehrung der Kinder im zartesten Alter zu gewinnen, denen sie ihre liebreiche Fürsorge widmete. Der Tod überraschte sie fast inmitten ihrer Thätigkeit, nachdem sie einen einzigen Tag den Unterricht versäumt und noch eine Stunde vor ihrem Scheiden ihrer Stellvertreterin über die Arbeiten und den Charakter einzelner Schülerinnen vorsorglichen Aufschluß gegeben hatte. Die Liebe und Verehrung, die sie sich bei ihren Zöglingen und Berufsgenossen so wie in weiteren Kreisen erworben, bekundete sich in sprechender Weise bei ihrem Leichenbegängniß, welches unter Betheiligung zahlreicher Freunde sowie der Schulbehörde, der Lehrer und Lehrerinnen und mehrerer Schulklassen ftattfand, und auch ihr hat der Unterzeichnete an ihrem Grabe Worte des Dankes und der Verehrung nachgesendet. Die Lücken, die durch den Tod des Herrn Weil und der Fräulein Schuster in unserm Lehrerkollegium entstanden, sind bis jetzt nicht ausgefüllt worden, und ist der Unterricht derselben von verschiedenen Lehrern und Lehrerinnen der Anstalt übernommen worden. Der Verlust, den unsere Anstalt durch den Tod des Doctor JsacMarcusJost erlitten hat, ist in den weitesten Kreisen aufs schmerzlichste empfunden worden, denn mit ihm ist ein Mann aus unserer Mitte geschieden, dessen Anerkennung als Gelehrten und Schriftstellers auch über Deutschlands und Europa's Grenzen hinaus eine allgemeine und gesicherte ist. Ohne auch nur entfernt ihn als solchen in diesen Blättern charakterisiren und würdigen zu wollen, erwähnen wir, um die Bedeutung und den Umfang seiner Wirksamkeit auf diesem Gebiet anzudeuten, als Hauptwerke seiner schrifftellerischen Thätigkeit nur folgende; „Geschichte der Israeliten" in 9 Bänden, 1820—28, denen später ein 10. Band über die neueste Geschichte hinzugefügt wurde, „allgemeine Geschichte des israelitischen Volks" in 2 Bänden, und das jüngste Werk: „Geschichte des