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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1861-01-01 · 1861 · p. Seite 44

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1861
Date
1861-01-01
Page
Seite 44 (sequence 48)
Language
German
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44 Ein reiches und durchdringendes Wissen auf den Gebieten des biblischen, talmudischen und mittelalterlichen Judenthums, wie der klassischen und realen Wissenschaften zeigte sich in ihm mit Klarheit und Tiefe des Denkens, mit offenem ästhetischem Sinn und mit einer feinen Beobachtungsgabe für Menschen und Zustände verbunden; und während sein Leben das eines stillen, in sich zurückgezogenen und abgeschlossenen Menschen zu sein schien, und sein Wirkungskreis sich in engbeschränkten Grenzen bewegte, öffnete sich denen, die ihm näher traten, das Bild eines reichen inneren Lebens und einer idealen Lebensanschauung, die seinem Urtheil über Personen und Ereignisse das Gepräge eines feinen Humors und seiner Wirksamkeit den Adel der reinsten Grundsätze verlieh, mit denen er sich derselben hingab. — So war auch seine Lehrthätigkeit und seine persönliche Einwirkung auf seine Zöglinge eine stille und wenig bemerkbare, aber darum nicht minder bedeutsame, und selbst unter seinen Kollegen waren es nur wenige, denen er näher stand, obwohl er sich der Achtung Aller in hohem Grade erfreute. — So war auch sein Tod wie sein Leben ein stiller und einsamer. Er hatte noch am 27. März bei der öffentlichen Prüfung mitgewirkt; und ohne daß wir von seiner Krankheit erfahren hatten, die er schon lange Zeit still mit sich umhertrug, wurden wir am 2. April, als eben der neue Lehrkursus eröffnet werden sollte, durch die Nachricht von seinem Tode erschreckt. Er hatte ein Alter von 42 Jahren erreicht. Seine Bestattung fand in Begleitung der Schulbehörden, des Lehrerkollegiums und einiger Knabenklassen der Anstalt am 5. April statt und der Unterzeichnete sprach an seinem Grabe Worte des ehrenden Andenkens. Fräulein Rosalie Schuster von hier hat in unserer Anstalt 38 Jahre lang und bis zu ihrem Tode, der im(78ten) Lebensjahre erfolgte, den Unterricht in weiblichen Handarbeiten ertheilt, nachdem sie im elterlichen Hause ihre Jugend in glänzenden Verhältnissen und die spätere Zeit, besonders nach dem Tode ihres Vaters, unter schweren Kämpfen und Sorgen verlebt und sich bis zum Tode ihrer lange Zeit leidenden Mutter ausschließlich der Pffege derselben gewidmet hatte. Die ächt weibliche Hingebung, mit welcher sie bis dahin ihre Kindespflichten

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