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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1861-01-01 · 1861 · p. Seite 40

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1861
Date
1861-01-01
Page
Seite 40 (sequence 44)
Language
German
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IRI
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40 an dessen Statt ich jetzt zu euch rede und dessen Andenken diese Stunde geweiht ist. Denn ich weiß es, und ihr alle werdet es noch empfinden lernen, welchen unschätzbaren veredelnden Werth es für unser ganzes Leben h at, wenn wir das Bild eines Mannes in unsrer Seele tragen, den wir aus vollem Herzen verehren und den wir zum Vorbild unseres eignen Strebens machen können. Ein solcher kann für euch alle, ihr scheidenden Söhne und Töchter dieser Anstalt, der Ehrenmann sein, von dem ich zu euch geredet, wie weit auch der Gang und der Beruf eures Lebens von dem seinigen verschieden sein möge. Denn Zweierlei ist es, was ihr aus seinem Leben und Wirken gelernt und in euch ausgenommen haben sollt: einmal, daß wir im Leben nur das zurücklassen, was wir für Andere gewirkt haben und dann, daß man in jedem Berns nur dann etwas Dankenswerthes zu leisten vermag, wenn man sich mit ungetheilter Kraft demselben hingiebt. — Ein halbes Jahrzehnt ist vergangen, seit dieser Mann seinen Wirkungskreis verlassen, Wochen sind vorüber, seitdem sein sterblicher Leib in die Gruft gesenkt ward; und ihr seht und hört es: die Stadt, in der er gelebt, die Anstalt, die er gegründet und in der er gewirkt, die Zöglinge, die er gebildet, die Bernfsgenossen, mit denen er zusammengewirkt — Alles gedenkt seiner ^mit einmüthiger Verehrung und Dankbarkeit und verheißt seinem Andenken dauernde Erinnerung. Er wird noch lange nach seiner letzten Stunde im Herzen der Zurückgebliebenen fortleben. Und wodurch? Durch das, was er, nicht für sich, sondern für Viele neben sich und nach sich gewirkt und geschaffen hat. Wer von euch möchte nicht einst bei seinen: Scheiden ein gleich ehrenvolles Andenken von seinem Leben zurücklassen? So wisset, daß ein jeder Stand und Beruf dem ernstlich Strebenden Gelegenheit bietet dieses Ziel zu erreichen. — Die meisten von euch, meine scheidenden Söhne, wollen sich dem Beruf widmen, dessen Aufgabe Vielen nur im Erwerben, dessen Ziel ihnen nur im Besitzen und Genießen zu beruhen scheint. Lernet diesen euren künftigen Beruf höher würdigen. Er hat die schöne Bestimmung die Gemeinschaft der Menschen und ihres Schaffens zu fördern und zu vermitteln und die Erzeugnisse der ganzen Erde zum gemeinsamen Besitz der Menschheit zu machen. Nicht das Erwerben, sondern das Ver-

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