Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1861
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 43)
- Language
- German
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39 nicht aufhören werde als ein heiliges Vermächtniß des Hingeschiedenen zu betrachten. Nun aber wende ich mich zu euch, meine theuern Zöglinge, und besonders zu euch, die ihr im Begriff seid aus unsrer Mitte zu scheiden; denn ihr könntet glauben, ich hätte mich so ganz im Anschauen vergangener Zeiten verloren, daß ich darüber der unmittelbaren Gegenwart und der nahenden Zukunft vergessen hätte. Allein dem ist nicht so. Ich habe an euch -gedacht und für euch gesprochen, wenn ich auch nicht von euch und zu euch geredet habe. Denn der Blick in die Vergangenheit hat nur dann für uns einen Werth, wenn er uns lehrt in rechter Weise die Gegenwart zu begreifen und für die Zukunft zu wirken; und wie ich aus der ernsten Würdigung dessen, was vor uns geschehen ist, zu lernen hoffe, was ich selbst zu thun habe, um das so trefflich begonnene Werk würdig fortzuführen, so meine ich, daß ihr aus der Erkenntniß dessen, was bisher für euch geschehen ist, am besten lernen könnet, was ihr nun selbst für euch zu thun habt. Seht her! In der Stunde, da ihr mit uns von dieser Stätte eurer Jugendbildung scheidet, habe ich versucht euch die Bedeutung derselben und die Bedeutung alles dessen zu vergegenwärtigen, was von hier aus gewirkt worden ist. Ihr aber werdet das Andenken a$ diese Stunde und an diese Erinnerungen ehren und fruchtbar machen, indem ihr bestrebt seid die geistige und sittliche Kraft, die ihr aus diesem Boden gewonnen habt, zur Förderung eurer selbst und damit auch zur Förderung der Zwecke zu verwenden, die hier gepflegt wurden. Ihr werdet als die letzten, die von dieser Stätte ins Leben hinausgesendet werden, an Tüchtigkeit und Ehrenhaftigkeit nicht gegen die zahlreichen Zöglinge vor euch zurückstehen wollen, von denen die Ehre dieser Bildungsstätte in die fernsten Länder hinausgetragen worden ist. Wenn die Stunde eures Scheidens dazu gedient hat; solche Vorsätze in eurer Seele zu wecken und zu befestigen, so ist der Rückblick auf die Vergangenheit, zu dem ich euch angeregt habe nicht die geringste der Gaben gewesen, die ihr hier empfangen habt. Besonders aber habe ich an euch gedacht, ihr Söhne und Töchter, die ihr heut aus unserer Mitte scheidet, als ich euch das Lebens- und Charakterbild des Mannes zu zeichnen versuchte,