Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1861
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 45)
- Language
- German
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werthen des Erworbenen für diese Zwecke des Berufs ist die Auf« gäbe desselben. Du aber mein Sohn, der du dich von den Schwierigkeiten des Weges nicht zurückschrecken lassest von hier aus in die Vorschule eines wissenschaftlichen Berufs einzutreten, auch für dich wird das Wissen, das du zunächst dir zu erwerben strebst, nur von Werth sein, wenn du es in der einen oder der anderen Weise zum Wohl deiner Mitmenschen zu verwerthen im Stande bist. Welches aber auch euer Beruf sein möge, so sollt ihr nicht vergessen, daß Jedermann noch mit tausend Pflichten an die Mitwelt gebunden ist; daß der Arme neben ihm einen Anspruch an seinen Besitz, die Glaubensgemeinde, zu der er sich bekennt, die Stadt, in deren Mitte er lebt und vor Allem das Vaterland, dem er angehört, ein heiliges Anrecht an seine Theilnahme und an seine Kraft besitzen, dem sich keiner entziehen darf, wenn es gilt das öffentliche Wohl zu fördern und die Interessen der Gesammtheit zu vertreten .Ihr aber, ihr Töchter, die ihr nun bald in den Kreis des thätigen Lebens eintreten sollt, was anders soll und kann euer Beruf sein, als für Andere zu wirken? Möchtet ihr ihn voll und ganz erkennen und es fest und tief in euer Herz einprägen, daß ihr das Glück und die Zufriedenheit eures Lebens nimmermehr aus den Genüssen schöpft, die ihr euch selbst bereitet, sondern aus den Freuden, die ihr für die Eurigen schafft; daß ihr bestimmt seid, durch hingebendes Dienen zum milden Herrschen, durch freudiges Dulden und Entbehren zum reinsten Genießen zu gelangen; und möget auch ihr über die Grenzen eures häuslichen Berufs hinaus mit ächt weiblichem Herzen der edlen Wirksamkeit nicht vergessen, die den Armen und Kranken, den Nothleidenden und Hülfesuchenden am schönsten von eurer zarten Hand und mit eurem milden Wort dargeboten wird. Das Beste was ihr für euch selber thun könnt, meine Söhne und Töchter, ist das was ihr für Andere thut. Aber was ihr auch thun möget, thut es gleich dem Manne, von dem ich zu euch gesprochen habe, mit voller und ungetheilter Hingabe. Gehört mit ungetheilter Kraft eurem Beruf an, wenn ihr in diesem thätig seid, und mit ungetheilter Kraft dem öffentlichen Wohl und dem Vaterlande, wenn, dieses eure mitwirkende Theilnahme fordert. Seid mit voller Hingabe Kinder des Hauses,