Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1861
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 41)
- Language
- German
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37 mit seinem Wissen und Wollen in sie hineinzuleben und den Boden um sich her von den Trümmern und Ueberresten einer alten Zeit frei zu machen, um ihn für den Bau zu gewinnen, den es ihn aus sich heraus und um sich her für die neue Zeit aufzurichten drängte, das war nicht seine Aufgabe, es war sein Leben. Mit Recht wird von Allen, die ihn kannten, als die hervorstechendste und schönste Seite seines Charakters die Selbstlosigkeit seines Wesens und Wirkens, die schlichte Harmlosigkeit gerühmt, mit der er sich seiner Wirksamkeit hingab, ohne nach Ansehen und Stellung, nach Ehre und Anerkennung für das zu streben, was er gethan. Ich möchte nicht den hohen Werth dieser seltenen Tugend herabsetzen, sondern meine ihn vielmehr ganz zu würdigen, wenn ich sage: Er konnte nicht anders. Es war für ihn keine Entsagung oder Verzichtleistung auf einen Anspruch, zu dem er sich wohl berechtigt fühlen durfte, kein Opfer, das er mit seiner Person der Sache bringen zu müssen glaubte, der er diente. — Es war mehr, es war das unmittelbare und ungetheilte Aufgehen seines Wesens in seinem Wirken, aus dem er zugleich den Lohn für das Vollbrachte und die neue Kraft für das Neuzuvollbringende schöpfte. Sein Wachsen und Werden war darum allezeit Eins mit dem Wachsen und Werden dieser seiner Berufsstätte, in der er dem Geiste der Zeit diente. Und er bedurfte dieses Bodens zur Bethätigung seiner rastlos fortschreitenden Selbftentwicklung, wie die Stätte seines Berufes nur durch seine Kraft zu dem werden konnte, was sie mit ihm geworden ist. Der hohe sittliche Werth seines ganzen Lebens und die unerschöpfliche Kraftfülle seines praktischen Wirkens beruhte in dieser Unmittelbarkeit des Uebergangs von seinem inneren Werden zu seinem äußeren Wirken, in dieser vollen und ungetrübten Uebereinstimmung seines Denkens und Empfindens mit seinem Wort, seines Wollens und Strebens mit seiner That. Das ist die hingebende Selbstlosigkeit und die unbefangene Harmlosigkeit seines Wesens — denn er kam in dieser Unmittelbarkeit seines Thuns nicht zu der selbstgefälligen Widerspiegelung seines Verdienstes in dem blendenden Lichte der Reflektion. Das ist die Unbefangenheit des Muthes, mit dem er der schwersten Aufgabe nicht auswich,