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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1861-01-01 · 1861 · p. Seite 36

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1861
Date
1861-01-01
Page
Seite 36 (sequence 40)
Language
German
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IRI
…/9643703-7658106--279-7658144
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36 nes Denkens und Empfindens, seines Strebens und Schaffens. Heß war kein Kind der neuen Zeit, die mit Mendelssohn für das Judenthum und seine Bekenner in Deutschland aufging, obgleich sie bei seiner Geburt und nicht gar fern von seiner Geburtsstadt schon zum mächtigen Durchbruch gekommen war. Das neue Licht der Aufklärung und der Humanität, das im Osten Deutschlands erschienen war, nahm einen gar langsamen Weg nach dem Westen, und dieser schien sich eher dem gewaltigen Strom der Befreiung zu öffnen, der vom nahen Nachbarlande daherbrauste, als den Strahlen des ruhigen Lichtes, das bereits in seiner eigenen Mitte leuchtete. Heß hat seine Kindheit und sein Knabenalter in strengem Ceremoniendienft und in ausschließlicher Beschäftigung mit biblischen und talmudischen Studien verlebt. Aber in eben dem Ort, der seit langer Zeit zum Mittelpunkt dieses ausschließlichsten den ganzen Menschen absorbirenden Studiums geworden war, und inmitten der zahlreichen Jünglinge, die ihr ganzes Leben und Trachten mit der Hingabe für dieses Studium erfüllten, ward Heß von dem Geistesathem der neuen Zeit angeweht und damit von dem unentfliehbaren Gefühl der Nichtigkeit seines Wissens und Strebens ergriffen, das ihn in dem bisherigen Kreise seines Lebens nicht mehr duldete und ihn aus demselben hinausdrängte, um eine neue Stätte seines Strebens und Wirkens zu suchen?—Das war er, als er in diese Stadt eintrat, kaum wissend, was er suchte und nur dem entfliehend, was ihn bisher gefesselt hatte. Sein und unser gutes Geschick ließ ihn hier finden, was er zu suchen kaum gewagt hatte: eine Stätte des Wirkens, in der er das Verlangen, von dem sein Gemüth erfüllt war, alsbald zur lebendigen That ausströmen konnte; eine Stätte des Lernens und des Lehrens zugleich, denn in ihm war Empfangen und Geben, Aufnehmen und Mittheilen eins; nicht eine gewordene Stätte, in die er zu einem gegebenen und abgegrenzten Wirken eintreten sollte, sondern eine werdende, die mit ihm und aus ihm erst emporwachsen mußte. Er hatte seine Aufgabe gefunden und begriffen, und er erfaßte sie mit der ungetheilten Hingabe seines ganzen Wesens, das vollkommen in derselben aufging. Den Geist der werdenden Neuzeit voll und ganz in sich aufzunehmen, sich mit seinem Denken und Empfinden,

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