Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1861
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 23)
- Language
- German
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19 zu stehen. Wahrlich es ist ein reiches, heiliges Vermächtniß, das er bereits bei seinem Leben in eure Hand gelegt und das er euch bei seinem Scheiden hinterlassen hat. Denn die Stelle, auf der ihr steht, hat er für euch geschaffen, den Boden, auf dem ihr wirkt, hat er für euch geebnet und befruchtet, die Stätte, in der ihr waltet, hat er für euch aufgerichtet; und wie ihr in dem Beruf, dem ihr euch treulich hingebt, die Freude und den Werth eures Lebens findet, so werdet ihr in dem Segen dieses Berufes auch immer eine Erbschaft aus der Hand des Mannes erkennen, der euch den Weg zu demselben gebahnt hat. Und auch an dem, was ihr innerhalb dieses Berufes geworden seid, hat er seinen bedeutsamen und bleibenden Antheil. Ein jeder von euch, ich darf es hier an der Stätte der Wahrheit aussprechen, ist Manns genug, den Platz an'dem er steht würdig und sicher auszufüllen. Und doch Hab ichs oft genug mit ehrender Dankbarkeit aus eurem eigenen Munde vernommen, wie er mit klarem Blick und klugem Wort die schlummernde Kraft zu wecken, der schwankenden Bewegung die sichere Richtung zu geben und, obwohl er jeden in seiner Eigenthümlichkeit sich bewegen und entwickeln ließ, ihm doch denjenigen Platz anzuweisen wußte, auf dem er für das gemeinsame Werk am freudigsten und segensreichsten zu wirken vermochte. Und neben alledem war es euch vor Allen vergönnt, in vieljährig ununterbrochener und immer gleich lebendiger Berührung und Wechselwirkung den ganzen Mann in der reichsten Entfaltung seiner Kräfte kennen und würdigen zu lernen, und dadurch ein lebendiges und bleibendes Bild von seiner bedeutenden und allseitig vollendeten Persönlichkeit in euch aufzunehmen, das nicht ohne nachhaltige Wirkung auf euch selbst sein konnte. Ihr seid die immer gegenwärtigen Zeugen jener rastlosen Unermüdlichkeit gewesen, mit der er in dem umfassenden Kreise seiner Berussthätigkeit auch das Kleinste nlcht für gering hielt, ohne doch jemals die Erfordernisse des großen Ganzen aus dem Auge zu verlieren, das er mit einheitlichem Geiste zu durchdringen verstand. Ihr habt Gelegenheit gehabt jene Schnelligkeit und Beweglichkeit des Blickes zu beobachten, mit der er jederzeit nach allen Richtungen ausschaute, neben der sichern Festigkeit des Schritts, mit der er sich von der Richtung der einmal betre- 2*