Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1858
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 13)
- Language
- German
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Wichtigste aber, was ihr für diesen Zweck zu thun habt, ist, fie mit der Erlernung fremder Sprachen zu verschonen, bevor sie in der eigenen mit Sicherheit denken und sich ausdrücken gelernt. Denn in dem unlösbaren Verwachsen unseres Denkens und Empfindens mit den Klängen der Muttersprache liegt das festeste Band, das uns an das Vaterland fesselt. Es bedarf keiner ferneren Erörterung, um zu beweisen, daß eine Erziehung, die dem Kinde in diesem Lebensalter sogar schon den Gegensatz des Standes und der Lebensstellung fühlbar machte, das rein menschliche Empfinden desselben in noch viel beengendere Feffeln schlagen, die freie Entfaltung seiner edelsten Regungen noch gewaltsamer ersticken müßte, als die konfessionell-religiöse und die erclusiv-nationale Erziehung; und am widersinnigsten würde es sein, wenn man auf dieser Stufe der Entwickelung schon Etwas für die künftige Berufsbildung des Kindes glaubte thun zu müssen. Denn in diesem Lebensalter überhaupt schon dem Kinde einen Beruf voraus bestimmen wollen, und demnach seine geistige Entwickelung einseitig und ausschließlich auf dieses Ziel lenken, ist ein Frevel gegen das Anrecht des Kindes an die freie Entfaltung seiner Kräfte, an die selbsteigene Kundgebung der Richtung, nach der sich seine spätere Bildung besonders auszubreiten hat. Also für die erste Bildungsstufe eine gleiche, und wenn irgend möglich, eine gemeinsame Bildung und Erziehung für Alle. Keine Confessionsschulen, keine nationale Erziehung, keine Schulen nach Standes- und Berufsunterschieden, sondern nichts als Volks- und Elementenschulen. Oder wenn in den verschiedenen Schulen auch die Aufnahme von Kindern dieses Alters zulässig und nothwendig ist, so dürfen die Klassen, die für diese Altersstufe bestimmt sind, Nichts von den Sonderelementen und Sonderzwecken der höheren Klassen an sich tragen; und ich wiederhole: das Ziel muß für Alle dasselbe sein, nur Mittel und Weg, auf denen es erreicht werden soll, können nach den individuellen Eigenthümlichkeiten der Kinder (die wohl auch in den Standesverhältnissen der Eltern begründet sein mögen) verschieden sein. Und nur