Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1857
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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8 und von den Wundern der Schule erzählt, hat in diesen Vorstellungen seine Quelle; und die Pflicht, sich den Gesetzen dieses Organismus zu fügen, ist ihm eine natürliche Folge und Bedingung seines Antheils an demselben. Wenn der Lehrer es vermeidet dieses Spiel der kindlichen Phantasie durch trockene Pedanterie zu stören und mit der Ausrechthaltung der Schulordnung gegen die kindliche Beweglichkeit die nöthige Humanität in der Schonung des kindlichen Sinnes verbindet, so kann er selbst wie im Spiel für die Tugend der Ordnung, der Pünktlichkeit und Gesetzlichkeit den fruchtbarsten Keim in die Seele des Kindes pflanzen. — Eben so willig wird sich dasselbe ferner den Pflichten unterwerfen, die ihm das Verhältniß zu seinen Mitschülern auferlegt, wenn man es nur daran gewöhnt diesen dieselbe Achtung ihrer Rechte zu gewähren, die es für sich und seinen Besitz von ihnen fordert. Sein Platz, sein Buch, seine Tafel sind ihm Gegenstände eines werthvollen Besitzes geworden und sobald ihm die Sorge für deren Erhaltung am Herzen liegt, wird es auch seinen Mitschülern diesen Besitz nicht stören und zerstören wollen. Die Tugend der Verträglichkeit wird aber auch auf die natürliche Freude begründet werden können, die das Kind an der Gemeinschaft mit seinen Mitschülern im Spiel wie in der Arbeit findet. Eine vorübergehende Ausschließung oder Absonderung von dieser Gemeinschaft wird daher gewiß das wirksamste Heilmittel gegen auftauchende Rohheit und Unverträglichkeit sein. Der Respekt vor dem Lehrer endlich kann und soll nur aus der dem Kinde natürlichen Bewunderung vor dem Lenker all dieser Einrichtungen und aus der dankbaren Verehrung vor der Quelle all des Wissens hervorwachsen, das auf dasselbe einströmt. Darum ist es in diesem Lebensalter besonders wünschenswerth, möglichst wenig Lehrkräfte für die Bildung des Kindes zu verwenden und dieses für das ganze Schulleben und für das Leben überhaupt äußerst wichtige Gefühl des Respekts vor dem Höherstehenden, so weit es angeht, auf einen Punkt zu konzentriren. Daß aber Furcht vor Strafe und überhaupt das Gefühl der Furcht nimmermehr