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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde · 1856-01-01 · 1856 · p. Seite 27

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
Volume
1856
Date
1856-01-01
Page
Seite 27 (sequence 31)
Language
German
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IRI
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27 (*tn wesentlicher Unterschied in der Aufgabe wie in der Handhabung der Schuldisciplin wird in Betreff der Mädchen und der Knaben zu beachten sein. Zum Gehorsam sind Knaben und Mädchen in gleicher Weise anzuhalten. Aber in jenen wird zu diesem Zweck besonders der Geist der Ungebundenheit zu zähmen, in diesen der Geist des Widerspruchs niederzuhalten sein, während der Trotz hier wie dort so früh als möglich unterdrückt und gebrochen werden soll. Anstand und Sitte ist das unerläßlichste Erforderniß der Bildung, aber der weiblichen in noch höherem Maaße als der männlichen. Der Knabe ist vor Rohheit und Unsitte zu schützen, in dem Mädchen der Sinn für Anstand und Sitte aufs Sorstsamste zu pflegen; der Knabe soll zum gesitteten Betragen angehalten, das Mädchen an ein sittiges Benehmen gewöhnt werden. - Der Knabe soll nicht unachtsam und rücksichtslos gegen seine Lehrer, nicht ungefällig und unverträglich gegen seine Mitschüler sein. Das Mädchen soll dem Lehrer achtungs- und rücksichtsvoll begegnen, gegen ihre Mitschülerinnen aufmerksam und freundlich sein. Der Knabe soll seinen aufbrausenden Zorn beherrschen, das Mädchen ihrer Reizbarkeit gebieten, der Knabe soll seine Ueberlegenheit nicht mißbrauchen, das Mädchen Schwächen und Mängel schonen lernen. Auf den Willen des Knaben wird man mehr durch Kraft und Entschiedenheit, auf das Gemüth des Mädchens mehr durch Würde und Ruhe wirken; jenen wird man durch Ernst und Strenge zum Gehorsam gewöhnen, diesem durch Wärme und Milde Vertrauen abgewinnen. — Im Knaben wie im Mädchen ist das Ehrgefühl zu pflegen und zu schonen; aber jene werden vor den Gefahren des Ehrgeizes, diese vor der Neigung zur Eitelkeit zu schützen sein. Der Knabe ist vor Allem nach dem allgemeinen Gesetz, das Mädchen mit taktvoller Rücksicht auf ihre besondere Individualität zu behandeln. Der Knabe schätzt und würdigt den Lehrer nach dem Maaß des Respekts, den ihm sein Wiffen und Wirken einflößt, das Mädchen schließt sich an den Lehrer als Menschen an und ist einer begeisterten Hingebung an denselben fähig. — Der Knabe wird frühzeitig daran gewöhnt

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